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Stellungnahme HA 11.02.20 bzw. GR 18.02.20

                                    
                                        Stadt Karlsruhe
Der Oberbürgermeister

STELLUNGNAHME zum Änderungsantrag
DIE LINKE.-Gemeinderatsfraktion

Vorlage Nr.:

2019/0921

Verantwortlich:

Dez. 6

Graffitischutz an Verteilerkästen

Gremium

Termin

TOP

ö

Gemeinderat

24.09.2019

33

X

Hauptausschuss

11.02.2020

17

Gemeinderat

18.02.2020

20.2

nö

X
X

In der Stadt befinden sich mehrere tausend solcher Schränke. Nur bei einem Teil davon hat die
Stadt unmittelbar die Möglichkeit einer gestalterischen Einflussnahme.
Die Kosten eines vorbeugenden begrenzten Schutzes gegen Graffiti liegen deutlich höher als die
derzeitigen Kosten zur Beseitigung von Auswüchsen. Eine gezielte künstlerische Gestaltung der
Kästen unterliegt hohen gestalterischen Ansprüchen.
Bestreben der Stadt ist es, eine Überfrachtung des öffentlichen Raumes mit visuellen Reizen zu
vermeiden. Eine gezielte künstlerische Gestaltung sollte daher eher punktuell an geeigneten
Standorten eingesetzt werden.

Finanzielle Auswirkungen

Gesamtkosten der
Maßnahme

Ja

derzeit nicht übeschaubar

Nein

Einzahlungen/Erträge
(Zuschüsse u. Ä.)

Jährliche laufende Belastung (Folgekosten
mit kalkulatorischen Kosten abzügl.
Folgeerträge und Folgeeinsparungen)

Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden
Ja
Nein
Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen:
Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik)
Umschichtungen innerhalb des Dezernates
Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den
Folgejahren zu
IQ-relevant

X

Nein

Ja

Korridorthema:

Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)

X

Nein

Ja

durchgeführt am

Ja

abgestimmt mit

Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein

X

Stadtwerke Karlsruhe GmbH

Ergänzende Erläuterungen

Seite 2

Grundsätzliches:
In der Stadt befinden sich mehrere tausend Verteiler-, Schalt- und Ablagekästen im öffentlichen
Raum. Eine komplette zahlenmäßige Erfassung liegt nicht vor und wäre nur mit einem erheblichen
Aufwand möglich. Die folgenden Aussagen beziehen sich auf diejenigen Kästen, auf die die Stadt
unmittelbare Zugriffsmöglichkeiten hat, da sie sich im Eigentum der Stadt beziehungsweise der
Stadtwerke Karlsruhe GmbH befinden. Darüber hinaus gibt es noch Verteilerkästen der Telekom,
Ablagekästen für Zeitungen und Ablagekästen für die Post etc.
Die Stadt prüft die Möglichkeit einer künstlerischen Gestaltung durch beispielsweise Schulen,
Kindergärten, Künstler, Vereine etc.
Eine Gestaltung der Verteilerkästen erhöht deren Wahrnehmbarkeit und versucht dabei, sie über
ihre eigentliche Funktion hinaus als Träger einer Bedeutung oder Botschaft zu nutzen. Es ist damit
zu rechnen, dass die zusätzliche visuelle Unruhe im öffentlichen Raum diesen eher abwertet.
In der Konkurrenz um Aufmerksamkeit können gestaltete Verteilerkästen positive Elemente des
Stadtraumes, wie Fassaden, Denkmale, anspruchsvolles Stadtmobiliar, Bäume und Grün in der
Wahrnehmbarkeit zurückdrängen und diesen dadurch minderwertiger erscheinen lassen.
Aufgrund der Vielzahl der Kästen ist es das Bestreben der Stadt, deren Gestaltung möglichst
unauffällig zu halten, sie quasi zu tarnen, um eine Überfrachtung des öffentlichen Raumes mit
visuellen Reizen zu vermeiden.
Es bedarf einer Prüfung im Einzelfall, ob ein Standort sich für eine künstlerische Inszenierung
eignet, ob die technischen Voraussetzungen gegeben sind und um welche Art der Gestaltung es
sich handeln soll.
Auch eine Arbeitsgruppe bei den Stadtwerken Karlsruhe hat sich bereits mit dem Thema der
künstlerischen Gestaltung der Verteilerkästen beschäftigt und ein Konzept entwickelt. Durch einen
Kunststudenten wurden verschiedene Vorschläge skizziert. Die Standortwahl soll individuell mit der
Stadtverwaltung erfolgen. Das Konzept kann bei Bedarf in der Sitzung des Hauptausschusses durch
die Stadtwerke vorgestellt werden.

Die Standorte der Verteilerkästen können in vier unterschiedliche Kategorien unterteilt werden:
A: Exponierte, auffällige Standorte
diese ziehen ohnehin das Augenmerk der Passanten auf sich. Hier ist eine Überhöhung durch
künstlerische Behandlung vorstellbar. Diese Fälle sind als Kunst im öffentlichen Raum mit der
Kunstkommission im Einzelfall abzustimmen. Die Erfahrung mit z. B "Freewalls" zeigt, dass solche
Gestaltungen in der Regel von unerwünschtem Graffiti verschont bleiben.
B: Standorte auf oder unmittelbar am Gelände von Schulen, Kindergärten u. ä.
Hier bietet sich eine Gestaltung durch die entsprechenden Anlieger (Kinder) an. Auch hier ist eine
Abstimmung mit der Verwaltung und gegebenenfalls der Kunstkommission erforderlich.
Es ist davon auszugehen, dass diese Verteilerkästen von Graffiti frei bleiben.
C: Standorte in empfindlichem Umfeld, z.B. vor Kulturdenkmalen oder in Grünanlagen
Hier bietet sich die „Camouflage“ an. Die Verteilerkästen werden farblich an die Umgebung
angepasst.

Ergänzende Erläuterungen

Seite 3

Dies allein bietet allerdings keine Gewähr gegen Verunstaltung durch Graffiti, ein zusätzlicher
Schutzanstrich ist voraussichtlich erforderlich.
Eine weitere Option wäre eine wesentlich hochwertigere Ausführung der Verteilerkästen, zum
Beispiel aus eloxiertem Aluminium oder Edelstahl, um die Hemmschwelle für Schmierer höher zu
setzen.
Je nach Kategorie A - C sind die Aufwertungen mit unterschiedlich hohen Kosten verbunden, die
sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht beziffern lassen. Erst nach einer möglichen
Erprobungsphase könnten hierzu nähere Angaben gemacht werden.
D: Der „Normalfall“
Die Verteilerkästen sollen möglichst unauffällig ins Straßenbild integriert werden, und sind daher in
einem neutralen Grau gehalten, das sich zu jeder Jahreszeit in die meisten stadträumlichen
Umgebungen einfügt und durch den Gewöhnungseffekt die Wahrnehmung der Verteilerkästen
reduziert. Die überwiegende Anzahl der Verteilerkästen fällt unter diese Kategorie.
Das neutrale Grau ist allerdings ein idealer Hintergrund für Verunstaltungen aller Art, sodass auch
hier ein qualifizierter Schutz unumgänglich ist.
Weiteres Vorgehen:
Die Verwaltung wird exemplarisch für jede Standortkategorie einen Verteilerkasten entsprechend
den oben beschriebenen Ausführungen behandeln lassen. Nach angemessener Zeit wird die
Wirksamkeit der Maßnahmen evaluiert.
Bezüglich der Kategorien A und B wird vorgeschlagen, das Anliegen in der Kunstkommission zu
beraten, die sich am 13. März 2020 ohnehin mit dem Thema befassen wird.