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Zukunft Christkindlesmarkt, neu

                                    
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Stadt Karlsruhe
Der Oberbürgermeister

BESCHLUSSVORLAGE

Vorlage Nr.:

2020/0094

Verantwortlich:

Dez.4/Dez.5

Zukunft Friedrichsplatz und Zukunft Christkindlesmarkt 2021 ff.

Beratungsfolge dieser Vorlage
Gremium

Termin

TOP

Hauptausschuss

11.02.2020

12.1

Gemeinderat

18.02.2020

14.1

ö

nö

Ergebnis

x

vorberaten

x

Beschlussantrag

Siehe Seite 7.

Finanzielle Auswirkungen
Ja

Gesamtkosten der
Maßnahme

Einzahlungen/Erträge
(Zuschüsse u. Ä.)

Jährliche laufende Belastung (Folgekosten
mit kalkulatorischen Kosten abzügl.
Folgeerträge und Folgeeinsparungen)

Nein

Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden
Ja
Nein
Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen:
Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik)
Umschichtungen innerhalb des Dezernates
Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den
Folgejahren zu
IQ-relevant
Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)
Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein

x

x

Nein
Nein

x

Ja

Korridorthema: Innenstadt

Ja

durchgeführt am

Ja

abgestimmt mit KME GmbH

Ergänzende Erläuterungen

Seite 2

Vorbemerkung
Bereits 2010 und 2013 hat sich der Gemeinderat in Form von Anfragen und Anträgen verschiedener
Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat intensiv mit der Frage befasst, wohin Feste und
Veranstaltungen für die Zeit der Baustellen auf dem Marktplatz verlagert werden sollten.
Mit Beschluss vom 18. März 2014 hat der Gemeinderat entschieden, dass der Christkindlesmarkt für
die Zeit der Inanspruchnahme des Marktplatzes durch die Baustellen der Kombilösung temporär auf
den Friedrichsplatz verlagert wird.
Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen wurde zur Zukunft des Karlsruher Christkindlesmarktes
zuletzt am 29. November 2018 und am 10. Oktober 2019 berichtet.
Aufgrund
-

der bestehenden Beschlusslage des Gemeinderats, wonach die Verlagerung des
Christkindlesmarkts nur für die Bauzeit der Kombilösung erfolgen sollte

-

der Ergebnisse des CIMA-Gutachtens, das eine Stärkung der Aufenthaltsqualität des
Friedrichsplatzes als innerstädtische Grünfläche vorsieht

-

der positiven Besucherresonanz auf die Waldweihnacht und der Weiterentwicklung des
Konzepts zur Waldweihnacht während der vergangenen Jahre

-

vorliegender Anträge verschiedener Gemeinderatsfraktionen zur Zukunft des
Christkindlesmarktes und zur zukünftigen Entwicklung des Friedrichsplatzes

ist eine erneute grundsätzliche Beschlussfassung des Gemeinderates zur Frage der zukünftigen
Nutzung des Friedrichsplatzes für den Christkindlesmarkt sowie für mehrtägige Veranstaltungen ab
dem Jahr 2021 notwendig.
Im Folgenden werden deshalb die jeweiligen Positionen aus Sicht des Dezernats 5 / Gartenbauamt
sowie des Dezernats 4 / Marktamt dargestellt und erläutert.
Position des Dezernats 5:
Die Verlagerung des Christkindlesmarktes und weiterer Marktveranstaltungen vom ursprünglichen
Standort Marktplatz auf den Friedrichsplatz war von Anfang an als temporäre Lösung bis zur
Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels angelegt. Die Verlagerung wurde aus fachlichen Gründen im
Hinblick auf die Sicherung des Platzes als innerstädtische Grünfläche immer sehr kritisch gesehen.
Im Rahmen der Verlagerung von Veranstaltungen auf den Friedrichsplatz wurden zum einen
größere Anteile der ursprünglichen Grünbereiche, nämlich die Eibenhecken im Norden und Osten
des Platzes sowie große Rasenflächen, die die Erbprinzenstraße auf der Nordseite flankieren, in
vegetationsfreie Flächen mit wassergebundener Decke umgebaut. Zum anderen führt die
Inanspruchnahme der noch erhaltenen Grünflächen durch die genannten Veranstaltungen zu
erheblichen und teilweise irreversiblen Schäden der Vegetation.
Betroffene Rasenflächen werden gelb und lückig und benötigen lange Zeit zur Regeneration der
Grasnarbe. In Flächen mit hohem Nutzerdruck wie auf dem Friedrichsplatz ist eine gesunde
Entwicklung der Grasnarbe derzeit kaum noch möglich, so dass die Flächen bei weitem nicht mehr
die Attraktivität haben, die diese vor der Belegung mit Veranstaltungen über das ganze Jahr hinweg

Ergänzende Erläuterungen

Seite 3

hatten. Eine Regenerierung der zerstörten Grasnarbe durch Rollrasen ist keine gute Alternative, da
auch Rollrasen nach der Verlegung mehrere Wochen vor Betreten geschützt werden muss. Zudem
entspräche diese Vorgehensweise nicht einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Fläche.
In Bezug auf den Baumbestand ist eine intensive Nutzung mit Veranstaltungen noch kritischer zu
sehen, da Baumschäden unter den gegebenen Rahmenbedingungen kaum mehr zu beheben sind.
So können Verdichtungen im Wurzelraum zum Absterben der Altbäume führen. Solche
Verdichtungen können selbst bei aufmerksamer Arbeitsweise bei der Platzbelegung nie gänzlich
vermieden werden. Hinzu kommen wiederholt mechanische Schäden im Stammbereich der
Bäume, die während des Marktauf- und Marktabbaus z.B. im Zuge von Rangierarbeiten entstehen.
Einem im September 2018 durch Fachgutachter des Gartenbauamtes erstellten Gutachten zufolge,
kann die Erhaltung des Baumbestandes auf dem Friedrichsplatz dauerhaft nur gelingen, wenn die
immer wieder stattfindenden Beeinträchtigungen insbesondere im Wurzelbereich der Bäume
vermieden werden. Folgende Erkenntnisse und Konsequenzen sind nach Aussage des
Gartenbauamtes aus dem Gutachten und den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen zu
ziehen:


Zur Sicherung der Bäume und Grünflächen muss auf Großveranstaltungen auf dem Platz
komplett verzichtet werden.



Die Straßen- und Anlagenverordnung sowie die Baumschutzsatzung sind zum nachhaltigen
Schutz des Großbaumbestands konsequent anzuwenden. Daher kann der Bereich des
Gegenlagers für den „Fliegenden Weihnachtsmann“ dauerhaft nicht zur Verfügung gestellt
werden.

Sollte dieser Empfehlung nicht gefolgt werden, ist mit einem weiteren Vitalitätsrückgang des
Baumbestandes zu rechnen. Daher ist bei weiterer intensiver Beanspruchung mit dem Absterben
eines Großteils des Altbaumbestandes zu rechnen.
Für eine umfassende Revitalisierung des „grünen“ Friedrichsplatzes und zur Stärkung der
Aufenthaltsqualität sind aus Sicht von Dezernat 5 und Gartenbauamt darüber hinaus die vor Jahren
umgewandelten wassergebundenen Flächen wieder zu Grünflächen zurück zu entwickeln.
Planungsziel: Friedrichsplatz als innerstädtische Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität
Innerstädtischen Grünflächen kommt in Zeiten des Klimawandels eine zentrale Funktion als
stadtklimatische Ausgleichs- und Entlastungsflächen zu. Dies spiegelt sich auch im Bewusstsein der
Bevölkerung wider, die auf den Verlust von Grün in der Stadt zunehmend sensibel und kritisch
reagiert. Die Diskussion um die Begrünung des Marktplatzes hat gezeigt, welch herausragenden
Stellenwert der Erhalt und die Entwicklung des städtischen Grüns für die Bevölkerung haben. Im
Rahmen der Entscheidungsfindung zur Marktplatzgestaltung wurde seitens der Stadtverwaltung
mehrfach auf den Friedrichsplatz verwiesen, der zukünftig wieder die Funktion einer „Grünen Oase“
und stadtklimatischen Erholungs- und Ausgleichsfläche übernehmen müsse.
Aufgabe einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Stadt- und Grünplanung muss sein, städtische
Grünflächen zu sichern, zu erhalten und in ihrer Aufenthaltsqualität, besonders auch mit Blick auf
den Klimawandel, weiter zu stärken. Diese Zielsetzung steht auch im Einklang mit den Prioritäten
und Leitprojekten im Rahmen des IQ-Korridorthemas „Grüne Stadt“.
Folgerichtig sieht auch das CIMA-Gutachten vom April 2019 als zentrales Entwicklungsziel für den
Friedrichsplatz vor, diesen „in seiner Funktion als innerstädtische Grünfläche“ zu stärken und „mit

Ergänzende Erläuterungen

Seite 4

mehr Aufenthaltsqualität“ zu versehen (vgl. S. 77, CIMA, 2019). Hieraus ergibt sich als wesentliche
Kernforderung die konsequente Verlagerung der aktuell auf dem Platz stattfindenden
Veranstaltungen an andere Orte.
Aus den dargestellten Gründen soll aus Sicht des Dezernats 5 / Gartenbauamts an der bisherigen
Zielsetzung eines von großen Veranstaltungen freien Friedrichsplatzes als hochwertige
innerstädtische Grün- und Aufenthaltsfläche festgehalten werden.
Um den Platz grüngestalterisch aufzuwerten und dabei auch den aktuellen stadtklimatischen
Gegebenheiten Rechnung zu tragen, ist die Auslobung eines Gestaltungswettbewerbs vorgesehen.
Die Wettbewerbsfläche soll den ursprünglich grünen Platz in seiner Gesamtheit umfassen und eine
Wiederbegrünung vorsehen. Auch sollen Bezüge zur auf der südlichen Seite der Erbprinzenstraße
anschließenden Grünfläche vom Naturkundemuseum aufgezeigt und in der Gestaltung
berücksichtigt werden.
Für den zurzeit als wassergebundene Decke ausgebildeten Streifen, der im Norden des
Friedrichsplatzes und südlich der Arkaden verläuft, könnte alternativ entweder eine Grünfläche
oder auch eine Nutzung in Form von Außengastronomie bzw. temporär durch Stände in Frage
kommen. Hierzu sollten im Rahmen des Wettbewerbs ebenfalls Ideen entwickelt werden.

Position des Dezernats 4:
Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen wurde zur Zukunft des Karlsruher Christkindlesmarktes
zuletzt am 29. November 2018 und am 10. Oktober 2019 ausführlich berichtet. Anhand einer 3DVisualiserung wurde dargestellt, dass unabhängig vom Terminplan der Fertigstellung der
Oberflächengestaltung und der notwendigen Infrastruktur (Strom, Wasser, Abwasser etc.) der
Marktplatz insbesondere aufgrund von Auf- und Abgängen, freizuhaltender Fluchtwege,
Sicherheitsabständen und verschiedener Gegebenheiten wie Blindenleitsystem,
Straßenbeleuchtung, Entrauchungsschächten etc. künftig weniger Veranstaltungsfläche bieten
wird, als vor der Kombibaustelle. Zudem wurde aufgezeigt, dass eine Verlagerung auf den
Schlossplatz auf Grund der fehlenden Infrastruktur für den Christkindlesmarkt nicht geeignet ist
und dass die Bespielbarkeit der Kaiserstraße und der Lammstraße mit der Lichtweihnacht 2019
erprobt wird.
Die Waldweihnacht hat sich aufgrund der bestehenden Möglichkeiten auf dem Friedrichsplatz und
der stetigen Weiterentwicklung (Fliegender Weihnachtsmann, Beleuchtung etc.) zum
Besuchermagnet entwickelt. Die Besucheranzahl ist in den letzten Jahren stetig gestiegen
(schätzungsweise eine Million Besucher pro Jahr, ein Plus von ca. 40 Prozent, Tendenz steigend).
Die Verhältnisse auf dem Friedrichsplatz, die Anordnung der Stände und weitere
Aufenthaltsflächen mit vielen Sitz- und Stehmöglichkeiten haben maßgeblich dazu beigetragen,
die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und damit die Attraktivität des Christkindlesmarktes zu
steigern. Der „Fliegende Weihnachtsmann“, das vielfältige Angebot an kunsthandwerklichem
Sortiment und außergewöhnliche Stände mit hoher Anziehungskraft verleihen dem
Christkindlesmarkt zudem ein Alleinstellungsmerkmal weit über die Grenzen der Region hinaus.
Dies wird auch durch die rund 40.000 Unterschriften deutlich, die die Beschickerinnen und
Beschicker in kürzester Zeit für den Erhalt der Waldweihnacht gesammelt haben.
Zur Reduzierung der Belastungen des Grünbestandes auf dem Friedrichsplatz durch den
Christkindlesmarkt fand von Anfang an eine enge Abstimmung zwischen Marktamt und

Ergänzende Erläuterungen

Seite 5

Gartenbauamt statt. Zuletzt wurden im Jahr 2018 in Abstimmung mit dem Gartenbauamt nochmals
Standplätze auf dem Friedrichsplatz aufgegeben, um die Wurzelbereiche der Bäume zu schützen
und weiter zu entlasten. Jedes Jahr werden darüber hinaus auch die Rasenflächen mit großem
Aufwand durch Staketenzäune und Holzhackschnitzel geschützt. Dies wird auch weiterhin
konsequent fortgesetzt. Bereits für den Christkindlesmarkt 2020 wird daher auf das
Glühweinwäldchen verzichtet und der Bereich unter den Großeiben weiträumig gesperrt, um diese
Bäume umfassend zu schützen.
Könnte die Waldweihnacht nicht mehr auf dem Friedrichsplatz oder auch nicht mehr auf Teilflächen
des Friedrichsplatzes stattfinden, hätte dies aus Sicht des Marktamtes schwerwiegende
Konsequenzen für die Qualität und Attraktivität des Christkindlesmarktes.
Nach Einschätzung des Marktamtes kann die spezielle Atmosphäre der Waldweihnacht nur auf dem
Friedrichsplatz erreicht werden. Die als Waldweihnacht verstandene Atmosphäre des
Friedrichsplatzes durch eine nicht orthogonale Anordnung der Stände und durch gewundene, mit
Holzhäckseln belegte Wege ließe sich durch die künftigen Platzverhältnisse und Gegebenheiten auf
dem Marktplatz (z.B. Entwässerung, Fluchtwege) nicht realisieren.
Wie bereits im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen dargestellt, ist auf dem neugestalteten
Marktplatz nicht genügend Fläche vorhanden, um die bisherige Anzahl der Standplätze
(Christkindlesmarkt 2019) und die zu erwartenden Besucherströme aufzunehmen. Je nach
Aufbauplan stünden ca. 40 Standplätze weniger zur Verfügung, wenn keine Alternativflächen zur
Verfügung stehen.
2012 konnten auf dem Marktplatz 103 Standplätze für den Christkindlesmarkt zur Verfügung
gestellt werden. Diese Anzahl ist nach den jetzigen Erfahrungen und den heutigen Anforderungen
an Sicherheit, Brandschutz, Besucherverhalten und Aufenthaltsqualität etc. nicht mehr umsetzbar
und auch nicht mehr verantwortbar.
Daher wird sich die Anzahl der Standplätze für den Christkindlesmarkt auf dem neuen Marktplatz
von derzeit 100 Standplätzen (Standplätze Christkindlesmarkt 2019: 85 bei der Waldweihnacht auf
dem Friedrichsplatz und 15 bei der Lichtweihnacht in der Kaiser-/Lammstraße) je nach Art und
Größe der zugelassenen Betreiber auf 80 beziehungsweise 69 Plätze reduzieren. Dies wurde bereits
umfassend im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 2018 und 2019 dargestellt.
Soll auf dem Marktplatz ein Riesenrad integriert werden, entfallen dadurch mindestens weitere fünf
Standplätze. Ob der Fliegende Weihnachtsmann als Highlight des Christkindlesmarktes auch auf
dem Marktplatz umsetzbar ist, wird geprüft und ist aus verschiedenen Gründen (Statik, Sicherheit,
Finanzierung etc.) zumindest fraglich. Wäre eine Realisierung des Fliegenden Weihnachtsmannes
auf dem Marktplatz möglich, würden dadurch weitere Standplätze verloren gehen. Eine Bühne zur
Gestaltung eines attraktiven Rahmenprogramms (Auftritte von örtlichen Vereinen), eine große
Gemeinschaftshütte zur Unterstützung und Förderung der Kunsthandwerker und sanitäre Anlagen
für die Besucherinnen und Besucher sollten außerdem mit eingeplant werden und bedeuten die
weitere Verringerung von Standplätzen. Je nach Größe der einzelnen Stände könnten folglich ca.
60 Standplätze auf dem Marktplatz ermöglicht werden und ca. 40 Standplätze müssten außerhalb
des Marktplatzes gefunden werden.
Ergänzend hat sich gezeigt, dass sich die Ausweichfläche für die Lichtweihnacht 2019 in der Kaiserund Lammstraße im Jahr 2019 nicht bewährt hat. Sowohl die Beschickerinnen und Beschicker in
diesem Bereich als auch das Marktamt haben mit viel Aufwand versucht, eine schöne Atmosphäre
zu schaffen, die allerdings von den Besucherinnen und Besuchern nicht wie erwartet angenommen

Ergänzende Erläuterungen

Seite 6

wurde. Trotz der aufwendig dekorierten Verkaufsstände, dem Sternentor und der illuminierten
Fassaden war die Lichtweihnacht in der Kaiser- und Lammstraße somit nicht erfolgreich. Des
Weiteren gab es Beschwerden der ansässigen Gastronomen und Geschäfte in der Lamm- und
Kaiserstraße. Diese wollen bis Ende Februar 2020 ein Konzept zur Bespielung der Lammstraße mit
eigenen Ständen erarbeiten. Auch in der Zähringerstraße ist damit zu rechnen, dass die
vorhandenen Gastronomen wie in der Vergangenheit mit einem eigenen Stand die Fläche bespielen
wollen.
Diese Flächen würden für den Christkindlesmarkt damit künftig nicht zur Verfügung stehen.
Allerdings würde eine Bespielung durch Gastronomie und Einzelhandel in der Lammstraße und der
Zähringerstraße eine sehr gute Verbindung zwischen Marktplatz und Friedrichsplatz darstellen.
Der Platz der Grundrechte kann wegen der Schilder nicht für Stände genutzt werden. Solange die
Kaiserstraße nicht schienenfrei ist, können dort ebenfalls keine Stände untergebracht werden.
Wird für die ca. 40 fehlenden Plätze kein alternativer Standort gefunden, müssten entsprechend
Absagen erteilt werden, die für die Beschickerinnen und Beschicker weitreichende Folgen hätten.
Für viele Beschickerinnen und Beschicker stellen Weihnachtsmärkte eine wesentliche oder sogar die
wichtigste Einnahmequelle dar.
Aus Sicht des Marktamts sind eine grundsätzliche Reduzierung der Zulassungen und damit eine
höhere Absagequote keine Optionen, weshalb Flächen außerhalb des Marktplatzes, der ab 2021
eine zentrale Rolle in der Konzeption des Christkindlesmarkts einnehmen soll, zu betrachten sind.
Mangels weiterer Ausweichflächen kommen nur der Friedrichsplatz oder Teilflächen dieses Platzes
als Zusatzflächen für die fehlenden Stellplätze in Betracht. Entsprechende und ausreichend große
Baumschutzzonen würden abgegrenzt werden. Zudem ist generell zu beachten, dass unter dem
Friedrichsplatz eine ca. 49 Meter x 112 Meter große Tiefgarage liegt.
Aus der Sicht des Dezernats 4/Marktamts sollte neben der zentralen Rolle des Marktplatzes auch
der Friedrichsplatz bzw. Teile davon - mit umfassenden Schutzmaßnahmen für die Baumzonen - im
Gesamtkonzept Christkindlesmarkt bespielt werden.
Zu möglichen Bespielungsvarianten des Friedrichsplatzes ab dem Jahr 2021 wird auf den
Beschlussvorschlag zu Ziffer 3 verwiesen.
Fazit Dezernat 4/Marktamt:
Es ist eine Grundsatzentscheidung erforderlich. Es ist zu entscheiden, ob der Friedrichsplatz bzw.
Teile des Friedrichsplatzes für die Zukunft des Christkindlesmarktes als Teil der Weihnachtsstadt
noch zur Verfügung stehen soll oder ob der Friedrichsplatz künftig als innerstädtische Grün- und
Aufenthaltsfläche von allen Veranstaltungen freigestellt wird.
Sollte der Gemeinderat sich dafür entscheiden, den Friedrichsplatz bzw. Teile des Friedrichsplatzes
als Veranstaltungsfläche für den Christkindlesmarkt auch weiterhin zur Verfügung zu stellen, wird
die Verwaltung beauftragt, nach der Sommerpause funktionierende und wirtschaftlich tragfähige
Gesamtkonzeptionen zu entwickeln. Dabei wird der nachhaltige Schutz des Baumbestandes auf
dem Friedrichsplatz berücksichtigt. Außerdem wird der Marktplatz eine zentrale Rolle in der
Weihnachtsstadt Karlsruhe einnehmen.
Beschluss:

Ergänzende Erläuterungen

Seite 7

Antrag an den Gemeinderat:
Der Gemeinderat beschließt Ziffer 1 und 2 sowie Ziffer 3 mit einer der dargestellten Varianten.
1. Mit Ausnahme der Waldweihnacht werden ab 2021 alle Marktveranstaltungen und weiteren
Veranstaltungen, die für die Zeit des Baus des Stadtbahntunnels der Kombi-Lösung auf den
Friedrichsplatz verlagert wurden, zurück auf den Marktplatz verlegt. Die Waldweihnacht als
derzeitiger zentraler Bestandteil des Karlsruher Christkindlesmarkts findet im Jahr 2020 wie in
2019 auf dem Friedrichsplatz statt, jedoch wird der Bereich unter den Großeiben zu deren
Schutz weiträumig gesperrt und auf das Glühweinwäldchen dort verzichtet. Ab dem Jahr 2021
wird der Marktplatz zentraler Veranstaltungsort des Karlsruher Christkindlesmarkts.
2. Für den Übergangszeitraum ab 2021 bis zur schienenfreien und voll funktionsfähigen
angrenzenden Kaiserstraße kann für die Anzahl der Stände des Christkindlesmarktes, die nicht
auf den Marktplatz platziert werden können, der Friedrichsplatz weiterhin als
Veranstaltungsfläche für die Waldweihnacht genutzt werden. Die Beibehaltung der bisherigen
Gesamtzahl der Stände wird angestrebt. Der Platz südlich der Erbprinzenstraße und die Straße
selbst sind im Übergangszeitraum bereits frei zu halten (entspricht Variante A unter Ziff. 3).
3. Nach Fertigstellung der an den Marktplatz angrenzenden Kaiserstraße wird der Friedrichsplatz
zu einer durchgängig als Ruheoase genutzten Grünfläche neu hergerichtet und gestaltet. Hierzu
wird noch in diesem Jahr ein Gestaltungswettbewerb ausgelobt. Dabei müsste gegebenenfalls
berücksichtigt werden, falls der Friedrichsplatz weiterhin für Teile der bisherigen Waldweihnacht
zur Verfügung stehen sollte (gemäß Varianten 1 – 3).
Variante A:
Die Erbprinzenstraße wird grundsätzlich frei gehalten. Der Friedrichsplatz kann mit bis zu 50
Ständen nördlich der Erbprinzenstraße belegt werden. Die erforderlichen Baumschutzzonen
werden eingehalten.

Variante B: Der Friedrichsplatz wird mit etwa 30 Ständen rund um den Brunnen und entlang der
Arkaden im nördlichen Bereich belegt. Die erforderlichen Baumschutzzonen werden
eingehalten.

Ergänzende Erläuterungen

Seite 8

Variante C: Der befestigte Streifen entlang der Arkaden bleibt für zukünftige Nutzungen, zum
Beispiel einer Außengastronomie erhalten, so könnte er auch mit ca. 10 Ständen der
Waldweihnacht belegt werden. Optional kann im Wettbewerb auch die Renaturierung dieser
Fläche dargestellt werden.