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Erneuerung Turmbergbahn

                                    
                                        Stadt Karlsruhe
Der Oberbürgermeister

BESCHLUSSVORLAGE

Vorlage Nr.:

2020/0926

Verantwortlich:

Dez. 1

Erneuerung der Turmbergbahn

Beratungsfolge dieser Vorlage
Gremium

Termin

TOP

Hauptausschuss

13.10.2020

7

Gemeinderat

20.10.2020

4

ö

nö

Ergebnis

x
x

Beschlussantrag

Der Gemeinderat stimmt – nach Vorberatung im Hauptausschuss – der barrierefreien Erneuerung
und ebenerdigen Verlängerung der Turmbergbahn, bis zur Bundesstraße B3 zur Einbindung in das
Netz des öffentlichen Nahverkehrs, inklusive einer höhenfreien Querungsmöglichkeit für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen im Bereich des jetzigen Knotenpunktes Bergbahnstraße/Posseltstraße zu einem Kostensatz von 20,863 Mio. Euro, zu. Die Kosten werden von der VBK –
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH – getragen.
Die barrierefreie Erneuerung und ebenerdige Verlängerung der Turmbergbahn wird gemäß Beschluss des Aufsichtsrats der VBK nur umgesetzt, sofern eine Förderung des Projektes mit einem
Fördersatz von mindestens 50% der zuschussfähigen Kosten durch das Land Baden-Württemberg
erfolgt. Ergänzend gibt es einen Vorstoß der VBK beim Ministerium für Verkehr um einen höheren
Fördersatz oder zusätzliche Fördermittel zu erhalten.

Finanzielle Auswirkungen

Gesamtkosten der Maßnahme

Einzahlungen/Erträge
(Zuschüsse u. Ä.)

Ja

(indirekt 20,863 Mio. €)

(indirekt mindestens
50% Förderung)

Nein

Jährliche laufende Belastung (Folgekosten
mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen)

Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden
Ja
Nein
Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen:
Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik)
Umschichtungen innerhalb des Dezernates
Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den
Folgejahren zu
IQ-relevant

x

Nein

Ja

Korridorthema:

Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)

Nein

x

Ja

durchgeführt am 07.10.2020 OR Durlach

Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein

x

Ja

abgestimmt mit VBK

Ergänzende Erläuterungen

Seite 2

Vorbemerkung:
Durch den veralteten Stand der Turmbergbahn in Karlsruhe-Durlach und dem angekündigten Erlöschen der Betriebserlaubnis zum 31.10.2022 ist es zwingend notwendig, eine Erneuerung durchzuführen. Mit dem Beschluss des Aufsichtsrates der VBK am 27. April 2018, die Turmbergbahn zu erneuern und die historische Idee, die Bahn bis zur Bundestraße 3 zu verlängern, wurden hierfür die
Weichen gestellt. Mit der Erneuerung und Verlängerung der Turmbergbahn eröffnet sich damit die
Möglichkeit einer Anbindung an den bestehenden ÖPNV. Durch diese kann sicherlich der positive
Fahrgasttrend der Turmbergbahn in den letzten Jahren auch in Zukunft fortgesetzt werden. Ebenso
soll mit der Erneuerung und Verlängerung die Barrierefreiheit sowie ein fahrerloser, automatischer
Betrieb bei gleichzeitiger Verlängerung der Betriebszeiten hergestellt werden.
Der VBK-Aufsichtsrat hatte sich in seiner Sitzung im April 2018 für eine ebenerdige Trassenführung
zu einem Kostensatz von 14,7 Mio. Euro (Preisstand 04/2018) ausgesprochen. Im Rahmen der Vorplanung hat sich jedoch gezeigt, dass diese Variante mit einem hohen Kosten- und Genehmigungsrisiko versehen ist. Daher streben die VBK jetzt eine Fußgänger- und Fahrradunterführung an. Des
Weiteren haben Baukostensteigerungen dazu beigetragen, dass der Kostenansatz nunmehr bei ca.
20,863 Mio. Euro (VBK-Wirtschaftsplan 2021) liegt.

Bisherige Vorstellungen, Abstimmungen und Präsentationen (Auszug)
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Vorstellung im OR Durlach
Öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung Durlach
Öffentliches Bürgerforum Durlach
Vorstellung in der Gemeinderatssitzung Stadt Karlsruhe
Vorstellung im VBK-Aufsichtsrat
Vorstellung in der Ämterübergreifende Planungsrunde
Vorstellung im Jahresgespräch mit den städt. Ämtern
Beschluss Aufsichtsratssitzung VBK
Präsentation: Die Zukunft der Turmbergbahn
Sachstandbericht im VBK-Aufsichtsrat
Sachstandsbericht im Techn. Ausschuss des OR Durlach
Beschluss Aufsichtsratssitzung VBK
Geplant: Bürgerinformationsveranstaltung in Durlach

Juni 2017
Juli 2017
Oktober 2017
November 2017
November 2017
Januar 2018
März 2018
April 2018
Oktober 2019
Mai 2020
Juni 2020
Juli 2020
08.10.2020

Ergänzende Erläuterungen

Seite 3

Planung und Bau der neuen Turmbergbahn:
Dem Auftrag des Aufsichtsrates der VBK aus 2018 folgend, haben die VBK die Generalleistung zur
Planung und Bau der neuen Turmbergbahn in 2019 europaweit ausgeschrieben und das Verhandlungsverfahren am 12.07.2020 abgeschlossen. Zwei präqualifizierte Unternehmen haben letztlich ein
Angebot abgegeben.
Die Leistungen der Ausschreibung beinhalten im Wesentlichen
• Neubau der Talstation,
• Neubau der Bergstation,
• Architektonisches Konzept,
• Neubau der Strecke mit Brücken, einschl. Unterführung in Höhe der heutigen Talstation in
Abstimmung mit Stadt Karlsruhe,
• Neubau der Gleisanlage,
• Neubau der Fahrzeuge,
• Neubau der Antriebstechnik und der Steuerung.
Die Prüfung und Wertung der Angebote wurde von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Schweiger durchgeführt. Die Bewertungskriterien umfassten nicht nur
den Preis sondern auch Konzept, Gestaltung, Technik und Design.
Nach Wertungsergebnis hat die Fa. Garaventa das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt und soll mit
Planung und Bau der neuen TBB beauftragt werden. Die Fa. Garaventa erreichte hierbei 93,5 von
100 möglichen Punkten, der Zweitbieter erreichte 78,6 Punkte.
Die von der Fa. Garaventa zu erbringenden Leistungen werden in ihrer Vorgehensweise dem Projekt
angepasst und in zwei Stufen durchgeführt. Zunächst soll in der Stufe 1 die Ausführungsplanung
erstellt und mit den städtischen Ämtern abgestimmt werden. Nach erneuter Beteiligung des Gemeinderates kann anschließend das Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Karlsruhe
eingeleitet werden. Mit der Einreichung des Planfeststellungsantrages wird zum Jahresbeginn 2021
gerechnet. Nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses und den förderrechtlichen Voraussetzungen kann anschließend in der Stufe 2 die Vergabe der Leistungen für den Bau der Infrastruktur
und der Lieferung der Fahrzeuge an die Fa. Garaventa vollzogen werden.
Fahrzeugentwurf: s. Anlage 1

Architektonische Umsetzung
Das Architekturkonzept wurde vom Architekturbüro Forum 4 aus Interlaken im Auftrag der Fa. Garaventa entworfen. Es sieht vor, den Verlust des Grünraumes in der Freihaltetrasse der Bergbahnstraße zu kompensieren und will mit schlichten baumartigen Stützenreihen der Stationsdächer die Magnolienbaumreihen - abstrahiert - gestalterisch in Erinnerung behalten. Hierzu trägt auch die im Hinblick auf die Stationsgebäude identische Gestaltung des erforderlichen Sicherheitszaunes sowie eine
kontrollierte Gleisbegrünung bei.
So werden durch die zurückhaltende Fassadengestaltung, die fein differenzierte Farbabstufung und
die Folieneinlagen in den Gläsern der Einhausung, ein Äquivalent zum Buschwerk und Unterholz
geschaffen, um eine gute landschaftsarchitektonische Integration der neuen Anlage auf der ganzen
Strecke zu erreichen.

Ergänzende Erläuterungen

Seite 4

Die sichtbare Seilbahn-Technik in der Talstation ist ein weiterer Aspekt der Gestaltung, die sowohl
technikaffine Fahrgäste begeistern wird, als auch die Wartezeit auf den Bahnsteigen spannender
werden lässt.
Architektonischer Entwurf Gebäude und Strecke: s. Anlage 2

Mittelstation
Vom Bau einer Mittelstation wird aus Kapazitätsgründen der Fahrgastbeförderung derzeit abgesehen. Falls diese aber zu einem späteren Zeitpunkt für eine bessere Anbindung der dortigen Bewohner/innen an den ÖPNV erforderlich wird, kann im Bereich talwärts vom jetzigen Knotenpunkt Posseltstraße/Kastellstraße/Turmberstraße/Bergbahnstraße in der Bergbahnstraße eine Mittelstation
mit Seitenbahnsteigen geplant, genehmigt und errichtet werden. Die Fahrgastkapazität würde dann
von etwa 840 Pers./h auf 475 Pers./h sinken, da sich die Fahrzeit von ca. 210 Sekunden ohne Mittelstation auf ca. 440 Sekunden mit Mittelstation verlängert.

Knotenpunkte Bergbahnstraße/Posseltstraße: Rad- und Fußgängerquerung
Durch die Verlängerung der Turmbergbahn wird der heutige Knotenpunkt Bergbahnstraße/Posseltstraße aufgelassen und es muss der Verkehr neu geordnet werden. Hierzu gibt es einen
mit den städtischen Ämtern abgestimmten Entwurf des Ing.-Büros Köhler-Leutwein. Dieses Verkehrsgutachten hat die Neuordnung (Teilaufhebung der Einbahnstraßenregelung, Neuordnung von
Parkständen) des motorisierten Individualverkehrs am Knotenpunkt und im dortigen Gebiet geprüft
und das Ergebnis zeigt, dass eine Sperrung dieses Bereichs möglich und umsetzbar ist.
Unerlässlich ist aber für die Anwohner die Notwendigkeit einer Querungsmöglichkeit für Fußgänger
und Radfahrer im Bereich des jetzigen Knotenpunktes Bergbahnstraße/Posseltstraße. Diese sollte
zunächst höhengleich gestaltet werden. Sowohl aus wirtschaftlichen, gestalterischen und auch verfügbarkeitstechnischen Gründen wurde vom Aufsichtsrat der VBK in der Sitzung am 16.07.2020 beschlossen, die Querung als Fußgänger- und Fahrradunterführung (höhenfreie Querung) zu realisieren.
Auch hier sieht der Architektur-Entwurf von Forum 4 / Garaventa eine offene, platzähnliche Gestaltung vor, die sich weit öffnet und durch ihren hellen Charakter freundlich und sicher wirkt.
Architektonischer Entwurf höhenfreie Querung: s. Anlage 3

Ingenieurtechnische Gutachten und Abstimmung mit den städtischen Ämtern
Im Vorfeld der Ausschreibung wurden folgende Untersuchungen durchgeführt und abgestimmt:
•
•
•
•

Verkehrsuntersuchung mit Leistungsfähigkeitsbetrachtung und Aussagen zum ruhenden
Verkehr, aufgestellt vom Ing.-Büro Köhler-Leutwein in 2018 und abgestimmt mit Stadtplanungsamt und Tiefbauamt.
Erstellung Baugrundgutachten
Erstellung schalltechnische Untersuchung
Vorstellung der architektonischen Vorschläge für die Tal- und Bergstation sowie die Sicherung der Streckenführung

Ergänzende Erläuterungen

Seite 5

Mittelbereitstellung:
Neben der Vergabesumme für die Generalleistungen sind bzw. werden zusätzlich noch Kosten für
die Entwurfsplanung, Untersuchungen, vorbereitenden Baumaßnahmen, Grunderwerb etc. in Höhe
von insgesamt rund 2,5 Mio. Euro erforderlich.
Um den Bietern das Risiko der Baupreisentwicklung zu nehmen, wurde eine Indexierung vereinbart.
Dies bedeutet, dass der Wirtschaftsplanansatz je nach Baupreisentwicklung ab dem Jahr 2022 fortgeschrieben werden muss.
Im Wirtschaftsplan 2021 der VBK sind für die Erneuerung und Verlängerung insgesamt 20,863 Mio.
Euro vorgesehen.

Fördermittel:
Die barrierefreie Erneuerung und ebenerdige Verlängerung der Turmbergbahn wird gemäß Beschluss des Aufsichtsrats der VBK nur umgesetzt, sofern eine Förderung des Projektes mit einem
Fördersatz von mindestens 50% der zuschussfähigen Kosten durch das Land Baden-Württemberg
erfolgt. Ergänzend gibt es einen Vorstoß der VBK beim Ministerium für Verkehr um einen höheren
Fördersatz oder zusätzliche Fördermittel zu erhalten.

Beschluss:
Antrag an den Gemeinderat
Der Gemeinderat stimmt – nach Vorberatung im Hauptausschuss – der barrierefreien Erneuerung
und ebenerdigen Verlängerung der Turmbergbahn, bis zur Bundesstraße B3 zur Einbindung in das
Netz des öffentlichen Nahverkehrs, inklusive einer höhenfreien Querungsmöglichkeit für Fußgänger/innen und Radfahrer/innen im Bereich des jetzigen Knotenpunktes Bergbahnstraße/Posseltstraße zu einem Kostensatz von 20,863 Mio. Euro, zu. Die Kosten werden von der VBK –
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH – getragen.
Die barrierefreie Erneuerung und ebenerdige Verlängerung der Turmbergbahn wird gemäß Beschluss des Aufsichtsrats der VBK nur umgesetzt, sofern eine Förderung des Projektes mit einem
Fördersatz von mindestens 50% der zuschussfähigen Kosten durch das Land Baden-Württemberg
erfolgt. Ergänzend gibt es einen Vorstoß der VBK beim Ministerium für Verkehr um einen höheren
Fördersatz oder zusätzliche Fördermittel zu erhalten.