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TOP 8 - Anfrage Kalte Wärmenetze zur Unterstützung Wärmewende

                                    
                                        Anfrage
Kalte Wärmenetze zur Unterstützung der Wärmewende im Wohngebäudebereich
B´90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion
eingegangen am: 15.11.2021

Vorlage Nr.: 2021/0009
Verantwortlich: Dez. 6
Dienststelle: HGW

Gremium

Termin

TOP

ö

nö

Ortschaftsrat Durlach

19.01.2022

8

☒

☐

Motivation:
In Wohngebieten, die heute vornehmlich mit Erdgas versorgt werden, benötigen Eigentümer:innen geeignete
Randbedingungen, um die Wärmeversorgung ihrer Objekte zu defossilisieren und einen Beitrag zu den
Klimazielen zu leisten. Städtische Ämter und Gesellschaften sollten hier unterstützend und als Partnerinnen
Bürger:innen zur Seite stehen. Ziel muss es hier sein, mit überschaubaren öffentlichen Finanzmitteln private
Investitionen zu hebeln und so gemeinsam Projekte mit sehr niedrigen CO2-Vermeidungskosten (bezogen auf
öffentliche Mittel) zu realisieren. Die infrastrukturelle Bereitstellung kalter Wärmenetze in Verbindung mit der
Technologiekombination

Photovoltaik

+

elektrische

Wärmepumpe

+ ggfs.

Elektroheizstab

auf

Liegenschaftsebene wird als sehr vielversprechende Option angesehen. Unter kalten Wärmenetzen (auch
LowEx-Netze genannt) versteht man meist ungedämmte Wärmenetze, die mit Vorlauftemperaturen von ca.
8 – 12 °C betrieben werden. Die Wärmeversorgung dieser Netze kann z. B. über Erdsonden gewährleistet
werden. Das Wärmenetz wiederrum stellt dabei die Wärmequelle für dezentrale Wärmepumpenprozesse dar.

Anfrage:
1. Gibt es Planungen, in Durlach im Bestand kalte Wärmenetze durch die Stadtwerke oder privatwirtschaftliche Akteure herstellen zu lassen? In Frage kommen insbesondere homogene Quartiere mit
ähnlichen Baujahren und kleinen Flurstücken; in Durlach z. B. das Quartier am Pfinztor oder der
Blumenwinkel.
2. Falls es in Durlach bislang keine Planungen gibt, gibt es Beispiele aus Karlsruhe oder anderen Städten,
die für zukünftige Planungen herangezogen werden könnten?
3. Falls es stadtweit keine Planungen gibt, wäre die städtische Position, dass die Stadtwerke Karlsruhe
solche Infrastrukturen errichten und bewirtschaften sollen oder wäre es vorstellbar, dass städtische
Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier

Konzessionen für privatwirtschaftliche Betreiber oder Zusammenschlüsse von betroffenen Eigentümern
vergeben werden können?

–2–
Hintergrund:
In Bereichen abseits des Karlsruher Fernwärmenetzes stehen Eigentümern, die ihre Wärmeversorgung
defossilisieren möchten, im Wesentlichen zwei Optionen zur Verfügung: (a) elektrische Wärmepumpen und (b)
biogene Feststoffkessel (z. B. Holzpellets).
Erstere werden heute oft als Luft-Luft- (eher Neubau) oder Luft-Wasser-Anlagen ausgeführt, was insbesondere
in Gebieten mit dichter Wohnbebauung zu Lärmimmissionen führt, die viele Menschen betreffen. Alternative
Wärmequellen (z. B. Erdsonden, Erdkollektoren) scheiden in dicht bebauten Wohngebieten oft aufgrund
fehlender unbebauter Flächen oder zu kleiner Flurstücke zur Einhaltung der erforderlichen Abstände aus.
Biogene Festbrennstoffkessel hingegen werden gemeinhin nicht als bevorzugte Variante für dichtbesiedelte und
gut erschlossene Gebiete gesehen, da sie nicht lokal emissionsfrei sind (CO, Feinstaub, NOx), regelmäßige LKWTransporte des Brennstoffs erfordern und einen erhöhten Platzbedarf für Brennstoffbevorratung haben.

Die Errichtung alle Wärmenetze gelten als unverzichtbare Investition in die Zukunft und werden mit
Bundesmitteln bezuschusst.

unterzeichnet von:
Johannes Ruf und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach