Skip navigation

TOP 2: Sanierungsgebiet Grünwettersbach - Umnutzungskonzept Infrastrukturscheune und Gestaltungsvarianten Dorfplatz

                                    
                                        Informationsvorlage
Vorlage Nr.: 154
Verantwortlich: Dez. 6
Dienststelle: Stadtplanungsamt

Sanierungsgebiet Grünwettersbach
- Umnutzungskonzept Infrastrukturscheune und Gestaltungsvarianten Dorfplatz
Beratungsfolge dieser Vorlage
Gremium

Termin

TOP

ö

Ortschaftsrat Wettersbach

11.01.2022

2

X

nö

Ergebnis

Information (Kurzfassung)
Der Ortschaftsrat Wettersbach nimmt die Ausführungen sowie die weitere Vorgehensweise der Verwaltung
zur Kenntnis.

☒

☐

Finanzielle Auswirkungen

Ja

☐ Investition
☒ Konsumtive Maßnahme

Gesamtkosten: 700.000 € Infrastrukturscheune
Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Folgekosten
der Infrastrukturscheune werden über das
Bauunterhaltungsbudget vom HGW getragen.

Gesamteinzahlung:
Jährlicher Ertrag:

Finanzierung
☐ bereits vollständig budgetiert

Gegenfinanzierung durch
☐ Mehrerträge/-einzahlung

Die Gegenfinanzierung ist im
Erläuterungsteil dargestellt.

☐ teilweise budgetiert

☐ Wegfall bestehender Aufgaben

☐ nicht budgetiert

☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates

Nein

Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier

CO2-Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz
Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen)

Nein ☒

Ja ☐

positiv ☐
negativ ☐

IQ-relevant

Nein ☒

Ja

☐

Korridorthema:

Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)

Nein ☐

Ja

☐

durchgeführt am

Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein ☒

Ja

☐

abgestimmt mit

geringfügig
erheblich

☐
☐

–2–
Ergänzende Erläuterungen
Die Sanierungszielsetzung sieht die Entwicklung eines Dorfplatzes in 2. Reihe am Wettersbach vor. Die
ortsbildprägende Scheune im rückwärtigen Grundstück (Am Wetterbach 83) soll als „Infrastrukturscheune“
für den Dorfplatz genutzt werden können.
Zur Umsetzung der Zielsetzung konnten bereits die Flurstücke mit den Nummern 70097, 70098, 70099 und
70100 der Grundstücke Am Wetterbach 79+81 erworben und neu geordnet werden. Der Erwerb der
rückwärtigen Teilfläche des Flurstücks 70096 samt Scheune (Am Wetterbach 83) steht noch aus. Der
Kaufvertragsentwurf mit Tauschangebot einer Teilfläche an der Ortsdurchfahrt zur Errichtung eines
Wohnhauses liegt beim Eigentümer. Der Notartermin ist für Februar/März 2022 anvisiert.
Umnutzungskonzept Infrastrukturscheune
Das Büro JOA hatte die Aufgabe eine Machbarkeitsstudie bzw. in einem weiteren Schritt ein
Umnutzungskonzept (LPH 3) für den Umbau zur Infrastrukturscheune zu entwickeln. Das
Anforderungsprofil umfasste folgende Vorgaben:
•
•
•
•
•
•

Low-Budget-Instandsetzung – keine Luxussanierung bzw. Vollausbau. Wettersbach verfügt über
genügend soziale und kulturelle Infrastruktureinrichtungen.
Instandsetzung und Aufwertung des ortsbildprägenden Gebäudes.
Unterbringung von Sanitäranlagen.
Unterbringung von Lagermöglichkeiten (z.B. für Biertischgarnituren)
Unterbringung eines Haustechnikraumes
Außenanschlüsse für Strom und Wasser

Auf Grundlage der erarbeiteten Konzeption soll der Bauantrag erarbeitet werden. Die Umbaukosten
betragen rund 700.000 Euro. Das Büro Joa stellt das Konzept ausführlich vor. Nach Möglichkeit soll der
Umbau in den nächsten beiden Jahren erfolgen. Im Doppelhaushalt 2022/23 (Ergebnishaushalt HGW) sind
695.000 Euro enthalten.
Die Förderanfrage bei den Bewilligungsstellen hat ergeben, dass die förderfähigen Kosten für den Umbau
der Infrastrukturscheune als Gemeinbedarfsanlage mit 60% und zusätzlich 25% aufgrund der
städtebaulichen Bedeutsamkeit der historischen Scheune gefördert werden können – insgesamt 85%.
Effektiv bedeutet dies eine Förderquote von 51% für die förderfähigen Kosten.

Gestaltungsvarianten Dorfplatz
Das Büro Sippel + Buff hat auf Basis des Konzepts zur Umnutzung der Scheune für die Ausgestaltung des
Dorfplatzes vier verschiedene Grundvarianten mit Untervarianten auf Grundlage des folgenden
Anforderungsprofils erarbeitet:
•
•
•
•
•
•
•
•
•

8 bis 10 kleinere Veranstaltungen / Jahr (z.B. Maibaumfest, Musikvereinsfest)
ca. 100 Personen
generell nur mobile Bewirtung für flexiblen Einsatz im Außenbereich ermöglichen
ganzjährig: Platz mit Aufenthaltsqualität
multifunktionale Nutzung von Flächen als Aufenthalts- und Wegebereich, Nutzbarkeit als Bühne
und Sitzbereich
Aufwertung der Wegeverbindung: Zugänglichkeit von der Ortsdurchfahrt über einen öffentlichen
Stich (4,5 m breit) und zukünftigen Brückenschlag über den Wettersbach zum geplanten, den Bach
begleitenden Weg in Richtung Im Rodel.
naturnahe Ausgestaltung des Gewässerrandstreifens unter Berücksichtigung der Hochwasserlinie
Geländeterrassierung denkbar
ggf. Mai-/Christbaumständer vorsehen. (alten Standort am Rathaus belassen; Dorfplatz eignet sich
dann als Ort des Zusammenkommens)

–3–
•
•
•
•

Einplanung von Fahrradständern; Stromanschluss für E-bikes
ggf. Zwischenlager für Müll in Infrastrukturscheune
Berücksichtigung Brandschutz
Beleuchtungskonzept (Anforderungen Untere Naturschutzbehörde beachten)

Die Gestaltungsvarianten werden in der Sitzung ausführlich vorgestellt und sollen diskutiert werden.
Aus Sicht der Verwaltung stellen die Varianten 2b + 2c die optimalsten Lösungen dar und werden aufgrund
nachfolgend aufgeführter Aspekte als Grundlage zur weiteren Ausarbeitung empfohlen:
•
•
•

Abgesenktes, einheitliches Platzniveau (ca. 170 m²) mit hoher Nutzungsflexibilität, hohe
Aufenthaltsqualität durch Abgrenzung zum Autoverkehr, Erschließung und Anlieferung über
öffentliche Stichstraße.
Einbindung des Scheunengiebels als „Bühnenkulisse“
Die geplante Brücke kann direkt an das Platzniveau anschließen.

Alle Gestaltungsvarianten sollen der Öffentlichkeit im Frühjahr 2022 vorgestellt und zur Diskussion gestellt
sowie die Tendenz zu den Varianten 2b + 2c vermittelt werden.
Im Rahmen des Jubiläums „50 Jahre Städtebauförderung“ fand am 12.10.2021 ein Ortsrundgang in
Grünwettersbach zu den Sanierungsprojekten statt. Für den Umbau der Scheune und des Dorfplatzes
wurden folgende Anregungen gegeben, die in der weiteren Ausarbeitung soweit sie den oben genannten
Grundkonzeptionen und Vorgaben entsprechen, berücksichtigt werden sollen:
•
•
•
•
•
•
•
•

Herstellung von Behaglichkeit durch Verwendung dorftypischer Materialien für den Dorfplatz
(Sandstein, Holz) und Begrünung
Bänke mit Rückenlehne (Auflagen aus Holz)
bei der Instandsetzung der Scheune zur Infrastrukturscheune gleich an weiteren Ausbau, z.B. mit
einer kleinen Küche zu einem späteren Zeitpunkt denken
eher Platzfläche auf einem Niveau als auf zwei verteilt
keine Befahrbarkeit der Platzfläche
Spielplatz mit Sicherung gegenüber Bachlauf
Barrierefreiheit
flohmarkttauglich

Das Gartenbauamt hat die Leistungen zur Konkretisierung der Planungen im Grünzug zwischen Dorfplatz
und der Straße Zur Ziegelhütte ausgeschrieben. Diese Planung soll die abgestimmte Dorfplatzvariante
konkretisieren und ein Konzept liefern, das die naturnahe Ausgestaltung des Gewässerrandstreifens mit
Bewirtschaftungsweg, der gleichzeitig auch die gewünschte Fußwegeverbindung mit Brückenschlägen am
Dorfplatz und am neuen Platz im Bereich des Nahversorgungszentrums darstellt, liefern. Dieses wiederum
ist u.a. Grundlage für die notwendige wasserrechtliche Genehmigung der Maßnahmen im
Gewässerrandstreifen (5 m Breite). Die wasserrechtliche Genehmigung wiederum ist Voraussetzung für den
Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes „Grünzug am Wettersbach“. Die Umsetzung des Dorfplatzes soll,
vorbehaltlich einer auskömmlichen Finanzierung, in 2024/2025 erfolgen und ist unabhängig vom
wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren.
Zur Wegeverbindung in 2. Reihe
Das Liegenschaftsamt hat erneut Kontakt mit den Eigentümer/-innen der Schlüsselgrundstücke 70068 +
70068/1 aufgenommen. Leider möchten diese nach wie vor nicht an die Stadt verkaufen. Die
Ortsverwaltung wird dennoch um einen Gesprächstermin bitten, um die Planungs- und Umsetzungsmöglichkeiten zu erörtern. Zudem wird das Liegenschaftsamt Kontakt mit den weiteren
Grundstückseigentümer/-innen aufnehmen auf deren Grundstücken die Fortsetzung der Wegeverbindung
in 2. Reihe innerhalb des Gewässerrandstreifens geplant ist.