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IQ- Leitprojekt Radroute Weststadt

                                    
                                        Beschlussvorlage
Vorlage Nr.: 2021/1223
Verantwortlich: Dez. 6
Dienststelle: Stpla

IQ-Leitprojekt „Fahrradstadt Karlsruhe“ Radroute Weststadt – Innenstadt – Durlach-Aue,
Teilstück Kriegsstraße zwischen Karlstor und Brauerstraße
Beratungsfolge dieser Vorlage
Gremium

Termin

TOP

ö

Planungsausschuss

13.01.2022

1

X

nö

Ergebnis

Beschlussantrag (Kurzfassung)
In der Kriegsstraße wird zwischen dem Karlstor und der Brauerstraße auf der Nord- und Südseite ein
durchgängiges Radverkehrsangebot vorgesehen.
Für den Fuß- und Radverkehr wird eine signalisierte Querungsmöglichkeit an der Leopoldstraße geschaffen.
Die bestehende signalisierte Querung im Verlauf der Hirschstraße wird erweitert. Am Knotenpunkt an der
Brauerstraße werden zudem die Warteflächen für den Fußverkehr vergrößert.
Durch die Bepflanzung des Mittelstreifens und des Seitenraums sind ca. 30 neue Baumstandorte
vorgesehen.
Der Planungsausschuss spricht sich für die vorgestellte Planung aus.

☒

☐

Finanzielle Auswirkungen

Ja

☒ Investition
☐ Konsumtive Maßnahme

Gesamtkosten: 7.500.000 bis 8.500.000 €
Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten:

Gesamteinzahlung:
Jährlicher Ertrag: Förderfähig
nach LGVFG

Finanzierung
☐ bereits vollständig budgetiert

Gegenfinanzierung durch
☐ Mehrerträge/-einzahlung

Die Gegenfinanzierung ist im
Erläuterungsteil dargestellt.

☐ teilweise budgetiert
☒ nicht budgetiert

☐ Wegfall bestehender Aufgaben

Nein

☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates

Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier

CO2-Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz
Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen)

Nein ☐

Ja ☒

positiv ☒
negativ ☐

IQ-relevant

Nein ☐

Ja

☒

Korridorthema:

Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)

Nein ☒

Ja

☐

durchgeführt am

Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein ☒

Ja

☐

abgestimmt mit

geringfügig
erheblich

Mobilität

☒
☐

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Ergänzende Erläuterungen

1. Ausgangssituation
Für den Radverkehr stellt die Kriegsstraße eine sehr wichtige Verbindung in West-Ost-Richtung dar. Diese
Bedeutung wird nach Umbau des zentralen Abschnittes der Kriegsstraße im Rahmen der Kombilösung
weiter steigen. Mit der Realisierung der Kombilösung wird die Kriegsstraße zwischen dem
Mendelssohnplatz und Karlstor durchgehende Radfahrstreifen in West-Ost-Richtung erhalten. Im Osten
setzt sich diese Verbindung mit der Ludwig-Ehrhard-Allee und der Wolfartsweierer Brücke bis nach DurlachAue fort. Auch westlich der Brauerstraße bis zur Gartenstraße erhält der Radverkehr zukünftig
Radfahrstreifen. Die beschriebene Route ist Bestandteil des Radverkehrsnetzes, das im Oktober 2005 vom
Gemeinderat im Zusammenhang mit dem 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs einstimmig
zur Umsetzung beschlossen wurde.
Im Abschnitt zwischen dem Karlstor und der Brauerstraße ist derzeit nur auf der Nordseite zwischen der
Hirschstraße und Brauerstraße ein größtenteils sehr schmaler Radfahrstreifen (ca. 1,10 m Breite)
vorhanden. Auch die Sicherheits-Mindestabstände zu den parkenden Fahrzeugen werden häufig
unterschritten. Auf der Südseite fehlt ein Radverkehrsangebot, wodurch der Radverkehr auf einem der drei
Kfz-Fahrstreifen ungeschützt fahren muss.
Im Bestand ist das Queren der Kriegsstraße durch den Fuß- und Radverkehr nur einseitig an der
Hirschstraße möglich. Dadurch entstehen Umwege für den Fußverkehr, der Radverkehr ist teilweise in
Gegenrichtung des Kfz-Verkehrs unterwegs. Im Verlauf der Leopoldstraße besteht bisher für den Fuß- und
Radverkehr keine Möglichkeit die Kriegsstraße zu queren.
Am Knotenpunkt Kriegsstraße / Brauerstraße ist der Seitenraum für den Fußverkehr sehr beengt, der
Querungsprozess wird hier durch die Dreiecksinseln zusätzlich erschwert.
Im Seitenraum befinden sich Schrägparkplätze. Die parkenden Fahrzeuge stehen meist über die Parkplätze
hinaus, wodurch sie den Gehweg stark einengen.

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2. Planung (siehe beiliegende Pdf-Datei)
Radverkehr
Die Planung sieht für den Radverkehr in beide Richtungen einen durchgängigen 2,0 m breiten
Radfahrstreifen vor. Nur an Engstellen wechselt die Führung kurzzeitig in einen Schutzstreifen. Somit wird
die Radverkehrsführung aus dem vorangehenden Abschnitt (zwischen Mendelssohnplatz und Karlstor)
konsequent weitergeführt und weist im Vergleich größtenteils breitere Radfahrstreifen auf. Sofern die
Belange aller Verkehrsteilnehmenden im Querschnitt berücksichtigt werden und der Straßenraum
zusätzlich begrünt wird, sind noch breitere Radfahrstreifen hier nicht möglich. Die Breite erlaubt jedoch
Überholvorgänge zwischen den Radfahrenden und wird auch unter Berücksichtigung der parallel
verlaufenden Radrouten als ausreichend eingeschätzt. Die Sicherheitsabstände zu den parkenden
Fahrzeugen werden richtlinienkonform hergestellt. Am Knotenpunkt Brauer- / Kriegsstraße wird der
linksabbiegende Radverkehr indirekt geführt.
Der Radverkehr hat nun an der Hirschstraße die Möglichkeit die Kriegsstraße beidseitig zu queren. Dadurch
wird das Fahren in Gegenrichtung des Kfz-Verkehrs vermieden. Im Verlauf der Leopoldstraße wird eine
neue signalisierte Querung für den Rad- und Fußverkehr geschaffen.
Fußverkehr
Der Fußverkehr erhält ebenfalls die Möglichkeit die Kriegsstraße an der Hirschstraße beidseitig zu queren,
sodass keine großen Umwege mehr nötig sind. Auch im Zuge der Leopoldstraße entsteht für den
Fußverkehr eine neue Wegeverbindung in Form einer signalisierten Fußverkehrsfurt.
Am Knotenpunkt Kriegsstraße / Brauerstraße werden neue Aufstellmöglichkeiten geschaffen und durch den
Wegfall von zwei Dreiecksinseln die Aufstellbereiche im Nordosten und Südwesten vergrößert. Zudem wird
der Querungsprozess erleichtert, da nun teilweise weniger Fahrstreifen zu queren sind.
Im Seitenraum ist zwischen dem Gehweg und den Parkständen ein zusätzlicher Abstand vorgesehen, sodass
überstehende parkende Fahrzeuge nicht mehr den Gehweg einengen und eine durchgehende nutzbare
Breite von 2,50 m erreicht wird.
Kfz-Verkehr
Für den Kfz-Verkehr reduziert sich auf der Strecke die Fahrstreifenanzahl von drei auf zwei Kfz-Fahrstreifen
pro Richtung. Somit entfällt auch am Knotenpunkt an der Brauerstraße in der Ost-West-Achse jeweils ein
Fahrstreifen im Querschnitt. Durch den Wegfall der Dreiecksinseln ist das freie Rechtsabbiegen nicht mehr
möglich. Die geringe Anzahl an Rechtsabbiegern von Westen haben nun die Möglichkeit über einen
gemeinsamen Geradeaus-Rechts-Abbiegefahrstreifen Richtung Süden abzubiegen. An der östlichen
Knotenpunktzufahrt ist für jede Fahrtrichtung jeweils ein separater Fahrstreifen, sowie ein kombinierter
Geradeaus-Linksabbiege-Fahrstreifen vorgesehen. An der nördlichen und südlichen Zufahrt bleibt die
vorhandene Fahrstreifenaufteilung bestehen.
Die Fahrstreifenaufteilung am Knotenpunkt ergibt sich aus der Kfz-Leistungsfähigkeitsberechnung und steht
im Zusammenhang mit einer geänderten Signalisierung. Das Ziel war hierbei einen Rückstau an der
östlichen Knotenpunktzufahrt in den Tunnel zu vermeiden. Mit der Fahrstreifenreduzierung entfällt
allerdings die bisher bestehende Leistungsfähigkeitsreserve.
Weiterhin wurde eine Variante mit nur einem Fahrstreifen von Osten nach Westen untersucht. Bei dieser
Variante ist jedoch, mit den angenommenen Verkehrsmengen, mit einem Rückstau bis weit in den Tunnel
zu rechnen. Diese Variante wäre nur bei einem deutlichen Verkehrsrückgang leistungsfähig. Sollte es

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nachweislich zu einem Rückgang der Verkehrsmengen am Knotenpunkt nach der Umsetzung der
Maßnahmen kommen, wäre auch eine nachträgliche Umsetzung dieser Variante denkbar.
An der Hirschstraße ist eine Signalisierung des Knotenpunkts vorgesehen um Konflikte zu vermeiden. Das
ab- und einbiegen in und aus den Anliegerfahrbahnen erfolgt nun östlich des Knotenpunkts.

Ruhender Verkehr
Die Situation für den ruhenden Verkehr bleibt zwischen der Hirschstraße und der Brauerstraße im Grunde
gleich. Neben den Sicherheitsabständen zum Rad- und Fußverkehr erhalten die Parkstände regelkonforme
Maße. Auf der Südseite am Knotenpunkt an der Hirschstraße sind anstatt Schrägparkstände nun
Längsparkstände vorgesehen. Die Umgestaltung ergibt sich aus den dort verlaufenden Grundstücksgrenzen.
Zwischen der Hirschstraße und dem Karlstor bleiben auf der südlichen Anliegerfahrbahn die
Längsparkstände bestehen. Auf der Nordseite ist aufgrund des geplanten Radfahrstreifens das Parken auf
der Fahrbahn am Seitenrand nicht mehr möglich. Hier stehen im rückwärtigen Bereich Stellplätze zur
Verfügung. Zusätzlich wird vor der Hausnummer 144/146 ein Halte-/Lieferbucht zum Be- und Entladen
vorgesehen.
Begrünung
Die Mittelinsel im Straßenraum zwischen der Hirschstraße und Brauerstraße wird verbreitert, sodass neue
Bäume gepflanzt werden können. Das Verlegen einer Stromleitung ist hierfür notwendig. Auch im
Seitentraum lassen sich neue Baumstandorte realisieren. Am Knotenpunkt Brauerstraße ist im Südwesten
durch den Wegfall eines Kfz-Fahrstreifens ebenfalls eine Begrünung und Neupflanzung von Bäumen
möglich. Dies ist auch in südlicher Richtung bis zum Knotenpunkt Brauerstraße / Gartenstraße der Fall. In
Summe könnten ca. 30 neue Baumstandorte entstehen.

3. Kosten
Die Kosten für die Umsetzung der Maßnahmen belaufen sich auf 7.500.000 bis 8.500.000 €. Die Kosten
werden teilweise durch das Klimaschutzpaket übernommen. Ein Anteil von etwa einem Drittel sind nach
LGVFG förderfähig (50% der Baukosten).
Aufgrund der aktuellen finanziellen Lage muss das Projekt im Rahmen der nächsten Investitionskonferenz
diskutiert und innerhalb aller städtischen Projekte priorisiert werden. Nach dieser Festlegung ist zu
entscheiden, inwieweit die Maßnahme aus Mitteln des Sammelansatzes zur Umsetzung von Maßnahmen
aus dem Klimaschutzkonzeptes 2030 anteilig finanziert werden kann.
4. Umsetzungszeitraum
Die haushaltsreife Planung kann voraussichtlich für den nächsten DHH vorbereitet werden. Die
Finanzierung ist abhängig von der Finanzlage der Stadt.
5. CO2-Relevanz
Die anzunehmenden geringfügig positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz basieren auf
Erfahrungswerten von vergleichbaren Maßnahmen, die meist eine Reduzierung der Kfz-Verkehrsmengen
und einen Anstieg der Radverkehrsmengen zur Folge hatten.

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Anlage Querschnitte

Beschluss:

Der Planungsausschuss spricht sich für die vorgestellte Planung aus.