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TOP 6 - Stellungnahme Durchführung Durlacher-PV-Dächer-Programm

                                    
                                        Stellungnahme zum Antrag
Durchführung eines Durlacher PV-Dächer-Programms unter Einbindung regionaler
Bürgerenergiegenossenschaften
B´90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion
eingegangen am: 15.11.2021

Vorlage Nr.: 2021/0007
Verantwortlich: Dez. 5
Dienststelle: UA

Gremium

Termin

TOP

ö

nö

Ortschaftsrat Durlach

19.01.2022

6

☒

☐

Kurzfassung
Die Initiative eines Photovoltaik (PV)-Dächer-Programms für Durlach wird ausdrücklich begrüßt. Die Karlsruher
Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) bietet an, zusammen mit dem Stadtamt Durlach auf Unternehmen
sowie Eigentümerinnen und Eigentümer der aussichtsreichsten Gebäude zuzugehen. Im Rahmen der PVOffensive bietet die KEK für alle Zielgruppen passende Beratungsangebote in Kooperation mit dem PVNetzwerk und der Kompetenzstelle Energieeffizienz Mittlerer Oberrhein an.

Finanzielle
Auswirkungen
Ja ☐

Gesamtkosten
der Maßnahme

Einzahlungen | Erträge
(Zuschüsse und
Ähnliches)

Jährliche laufende Belastung
(Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten
abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen)

Nein ☐

Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden
Ja
☐
Nein
☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen:
☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik)
☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates
☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt
einer Etatisierung in den Folgejahren zu.

Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier

CO2-Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz
Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen)

Nein ☐

Ja ☒

positiv ☒
negativ ☐

IQ-relevant

Nein ☐

Ja

☐

Korridorthema

Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO)

Nein ☐

Ja

☐

durchgeführt am

Abstimmung mit städtischen Gesellschaften

Nein ☐

Ja

☒

abgestimmt mit KEK

geringfügig ☐
erheblich
☒

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Ergänzende Erläuterungen
Zu Ziffer 1
Aus Sicht der Verwaltung ist die Initiative eines PV-Dächer-Programms für Durlach als Baustein
der Karlsruher PV-Offensive sehr zu begrüßen. Die im Klimaschutzkonzept verankerte
Zielstellung sieht einen erheblichen Ausbau der installierten Photovoltaik-Leistung im
Stadtkreis Karlsruhe bis 2030 vor. Dazu sind Anstrengungen auf allen Ebenen notwendig. Die
KEK bietet an, die großen und für PV geeigneten Dächer in Durlach zu identifizieren und
zusammen mit dem Stadtamt Durlach auf die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer
der aussichtsreichsten Gebäude zuzugehen sowie örtliche Akteure mit Multiplikatorfunktion
für den PV-Ausbau anzusprechen. Dabei bietet die KEK für alle Zielgruppen passende
Beratungsangebote in Kooperation mit dem PV-Netzwerk und der Kompetenzstelle
Energieeffizienz Mittlerer Oberrhein an. Beratungen können im Beratungszentrum der KEK
stattfinden oder auch im Rahmen von Aktionstagen in Durlach.
In Grötzingen ist in diesem Jahr das Projekt „Sonnendorf“ als Initiative des Naturtreffs
Grötzingen mit dem Fokus auf den PV-Ausbau gestartet. Erste Erfahrungen aus diesem
stadtteilbezogenen Projekt, zum Beispiel der gezielten Ansprache von Gewerbebetrieben mit
großen Dachflächen, werden im Frühjahr 2022 vorliegen und können für eine Aktion in
Durlach genutzt werden.
Die PV-Belegung der Friedhofskapelle in Durlach-Aue ist bereits als städtisches PV-Projekt für
2022 eingeplant.
Weitere Untersuchungen wurden bereits bei städtischen Liegenschaften im Weiherhofareal
vorgenommen:
Beim Weiherhofbad sind die Dachlasten voraussichtlich bereits ausgeschöpft. PVFolienmodule könnten hier eine Möglichkeit darstellen, die statischen Grenzen einzuhalten.
Im direkten räumlichen Zusammenhang stehen das Feuerwehrhaus Durlach und die
Weiherhofhalle. Beide Gebäude haben eine gemeinsame Energiezentrale und die
Stromversorgung läuft über die Weiherhofhalle. Die KEK hat bereits 2021 das Solarpotenzial
aller Feuerwehrhäuser geprüft und einen Eignungsbericht erstellt. Für das Feuerwehrhaus ist
das Potenzial als hoch einzustufen, allerdings sind die statischen Voraussetzungen noch zu
klären. Eine PV- Belegung soll jetzt zusammen mit der Weiherhofhalle näher geprüft werden.
Zu Ziffer 2
Wenn private Gebäudebesitzende eine PV-Anlage nicht selbst finanzieren und installieren
möchten, können sie insbesondere bei größeren Dachflächen diese für eine PV-Belegung
verpachten, zum Beispiel wie im Antrag genannt an eine Bürgerenergiegenossenschaft. Die
KEK weist in Beratungsgesprächen bereits jetzt schon auf die Möglichkeit einer solchen
Verpachtung hin. In der Region mittlerer Oberrhein, teilweise auch schon direkt in Karlsruhe,
sind folgende Bürgerenergiegenossenschaften mit PV-Projekten aktiv: BEG Durmersheim, BEG
Karlsruhe-Ettlingen, BEG Kraichgau, BEG Naturstrom Rheinstetten, Bühler
Bürgerenergiegenossenschaft und Mittelbadische Energiegenossenschaft.
Die Nutzung städtischer Dächer für Externe ist derzeit nicht möglich. Die PV-Taskforce der
Stadt hat dieses Thema bereits intern adressiert. Allerdings überwiegen aus Sicht des Amts für
Hochbau und Gebäudewirtschaft (HGW) nach wie vor die Argumente, die gegen eine
Überlassung städtischer Dachflächen sprechen, zumal die die bisherige Praxis der eigenen

–3–
Errichtung und des Betriebs von PV-Anlagen einen wichtigen Ansatzpunkt zur Erreichung der
Klimaneutralität der Stadtverwaltung darstellt. Der hierfür intensivierte PV-Ausbau auf
städtischen Dächern in Höhe von mindestens 500 kWp pro Jahr wird durch HGW auf Basis
des Klimaschutzkonzeptes umgesetzt und durch zusätzliche Mittel des städtischen
Klimaschutzbudgets finanziert. Hinzuweisen ist in dem Zusammenhang auch, dass die zur
Gestattung eher geeigneten großen Schrägdächer von HGW gerade beplant werden und
einen sehr hohen Bedarf zur gestalterisch und denkmalpflegerisch hochwertigen Umsetzung
zeigen, zumindest in den sichtbaren Dachflächen.
Zu Ziffer 3
Derzeit gibt es keine finanzielle Beteiligungsmöglichkeit an PV-Anlagen für Bürgerinnen und
Bürger im Stadtkreis. Die KEK hat aus dem Klimaschutzkonzept den Auftrag,
Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten zu prüfen und zu schaffen. Gemeinsam mit den
Energieagenturen der betreffenden Landkreise arbeitet die KEK derzeit an einem Konzept für
die gesamte Region Mittlerer Oberrhein. Die KEK nimmt die Idee einer Beteiligung Durlacher
Bürgerinnen und Bürger als Perspektive in die aktuellen Gespräche mit auf.