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Änderungsantrag Parkraumbewirtschaftung Turmberg

                                    
                                        STADT KARLSRUHE
Stadtamt Durlach

Änderungsantrag

Gremium:

Ortschaftsrat Durlach

Termin:

16.10.2019

TOP:

7
öffentlich
Dez. 2 / OA

B‘90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion
vom: 23.09.2019
eingegangen am: 24.09.2019

Verantwortlich:

Parkraumbewirtschaftung am Durlacher Turmberg

Änderungsantrag:
Der Ortschaftsrat möge beschließen, dass für die Parkplätze in der Reichardtstraße an der
Aussichtsterrasse auf dem Turmberg sowie in der Jean-Ritzert-Straße am Waldspielplatz eine
Parkraumbewirtschaftung eingeführt wird. Regelmäßige Kontrollen, insbesondere zu Abendund Wochenendzeiten, sollen die Einführung unterstützen. Ziel soll es sein, den touristischen
Verkehr vom motorisierten Individualverkehr hin zu Turmbergbahn und Fußverkehr zu verlagern.
Flankierend sollen weitere Maßnahmen die Einführung unterstützen, weshalb die Parkraumbewirtschaftung gemeinsam mit der Ausweitung der Betriebszeiten der bestehenden
Turmbergbahn sowie einer Aufstockung der Stellen des kommunalen Ordnungsdienstes umgesetzt werden soll.

Sachverhalt:
Durch den Bau der Aussichtsterrasse auf dem Turmberg, ein florierendes, überregional
bekanntes Restaurant, einen attraktiven Waldspielplatz und reizvolle Wanderwege hat sich der
Freizeitwert des Naherholungsgebietes und Ausflugzieles Turmberg noch weiter erhöht. Die
unverändert freie Zufahrt für Kraftfahrzeuge in Verbindung mit unterlassener Parkraumbewirtschaftung auf dem Turmberg sorgt für tendenziell steigenden Autoverkehr. Für den
Besuch des Turmbergplateaus wird die beschlossene Anbindung der Turmbergbahn an das KVVStraßenbahnnetz erst ab frühestens 2022 eine hochwertige Alternative zum Auto sein. Dennoch
sollte mit Maßnahmen zur Verringerung des motorisierten Individualverkehrs nicht bis zur
Fertigstellung gewartet werden. Eine wichtige flankierende Maßnahme ist die Ausweitung der
Betriebszeiten der bestehenden Turmbergbahn, die in einem bereits vorliegenden Antrag
gefordert wurde. Gegebenenfalls sind nach Einführung weitere Maßnahmen im Bereich der
Talstation der Turmbergbahn erforderlich, um den Park- und Parksuchverkehr zu steuern (z. B.
Anwohnerparkzonen; Prüfung der Notwendigkeit). Die Anzahl der Parkplätze für mobilitätseingeschränkte Personen auf dem Turmberg sollte im Rahmen dieser Maßnahme überprüft

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werden; insbesondere im Bereich des Waldspielplatzes. Ebenfalls überprüft und vergrößert
werden soll die Anzahl der Fahrradstellplätze im Bereich der Aussichtsterrasse. In Anbetracht der
vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten (Besuch der Gastronomie, Spaziergänge, Wanderungen,
Besuch des Kletterparks oder von Sportevents sowie längeres Verweilen auf Aussichtsterrasse
und Waldspielplatz) sollten maximale Parkdauern über zwei Stunden ermöglicht werden; z. B.
vier Stunden oder Tagestickets. Ein Bewirtschaftungszeitraum wie städtisch üblich von 8-20 Uhr
erscheint für die betrachtete Lokalität unpassend, vielversprechender erscheint vielmehr eine
Bewirtschaftung zwischen 14 - 23 Uhr. Die aktuell beobachtete Diskrepanz zwischen Parkraumangebot und -nachfrage, die sich in zugeparkten Grünflächen u. ä. äußert, basiert nicht
auf Naturgesetzen, sondern wird vermutlich durch eine fehlende Parkraumbewirtschaftung erst
geschaffen. Dennoch sollte nach einer Einführung beobachtet werden, ob eine Verbesserung
des Umschlagsgrads erforderlich ist und die maximalen Parkdauern reduziert oder die
Parkgebühren erhöht werden müssen. Es muss wirksam verhindert werden, dass die
Parkraumbewirtschaftung zu Verdrängungseffekten in Form „wilden Parkens“ auf Grünstreifen,
am Straßenrand etc. führt. Mögliche Maßnahmen sind die Platzierung von Baumstämmen und
Findlingen, insbesondere in Kurvenbereichen (wie teilweise schon geschehen), in denen wildes
Parken aktuell Sichtbeziehungen zwischen Verkehrsteilnehmern erschwert. Es soll geprüft
werden, ob sich für den Bereich ein generelles Parkverbot aussprechen lässt, um die
erforderliche Beschilderung möglichst zu reduzieren. Dringende Handlungsbedarfe aufgrund
von Problemen, die durch den weitgehend ungeregelten ruhenden Verkehr verursacht werden,
wurden auch im Rahmen der 2. Turmbergrunde am 16. Juli 2019 identifiziert und zu Protokoll
gegeben.

Begründung:
Für die Nutzung des Turmbergs als Ausflugsziel für die Einwohner und die Besucher der Stadt
Karlsruhe ist es zwingend erforderlich, die negativen Auswirkungen der steigenden touristischen
Nutzung (Verkehr, Lärm, Abfallaufkommen etc.) bestmöglich im Sinne der Anwohner zu
kompensieren. Solche Maßnahmen erhöhen die Akzeptabilität der touristischen Nutzung und
müssen als Grundvoraussetzungen für eine gelungene Integration von Ausflugszielen in ein
gewachsenes, wohnwirtschaftlich genutztes Quartier verstanden werden.

unterzeichnet von:
Johannes Ruf
und die Fraktion B‘90/Die Grünen im OR Durlach