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Begründung und Hinweise - Gestaltungssatzung Durlach

                                    
                                        Gestaltungssatzung Altstadt Durlach
Karlsruhe – Durlach

beigefügt:

Begründung und Hinweise

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

-2-

Fassung vom 31. Januar 2019

Inhaltsverzeichnis:
A.
1.
2.
2.1
2.2
3.
4.
4.1
4.2
5.
5.1
5.2
5.2.1
5.2.2
5.2.3
5.2.4
5.2.5
5.2.6
5.2.7
5.2.8
5.2.9
5.2.10
6.
6.1
6.2
6.3
B.
1.
2.
3.
C.
1.
2.
3.
4.

Begründung gemäß § 9 Abs. 8 Baugesetzbuch (BauGB) ........................ 3
Aufgabe und Notwendigkeit ................................................................... 3
Bauleitplanung .......................................................................................... 4
Vorbereitende Bauleitplanung ...................................................................... 4
Verbindliche Bauleitplanung ......................................................................... 4
Denkmalschutz ............................................................................................ 4
Bestandsaufnahme ................................................................................... 5
Räumlicher Geltungsbereich ......................................................................... 5
Vorhandene Bebauung ................................................................................ 5
Planungskonzept....................................................................................... 5
Zonierung des Geltungsbereiches ................................................................. 6
Gestaltung ................................................................................................... 8
§§ 1 bis 5 sowie 15 und 16 - Allgemeine Regeln .......................................... 9
§ 6 – Gestaltungsgrundsätze ........................................................................ 9
§ 7 Dächer und Dachaufbauten.................................................................. 10
§ 8 Fassaden .............................................................................................. 13
§ 9 Türen, Tore, Fenster, Läden, Schaufenster ............................................ 16
§ 10 Markisen und Vordächer .................................................................... 18
§ 11 Einfriedungen .................................................................................... 18
§ 12 Werbeanlagen ................................................................................... 18
§ 13 Wertvolle Bauteile .............................................................................. 19
§ 14 -Technische Bauteile ........................................................................... 19
Beipläne zur Begründung ....................................................................... 21
Geltungsbereich Gestaltungssatzung (§ 74 LBO) ......................................... 21
Lageplan mit Zoneneinteilung .................................................................... 21
Geltungsbereich Gesamtanlage (§ 12 DSchG) ............................................. 22
Allgemeine Hinweise .............................................................................. 23
Archäologische Funde, Kleindenkmale........................................................ 23
Baumschutz ............................................................................................... 23
Erneuerbare Energien ................................................................................. 23
Hinweise zur Möblierung des öffentlichen Raums ............................... 23
Warenrauslagen ......................................................................................... 24
Außenbewirtung ........................................................................................ 24
Post/Telekommunikation ............................................................................ 24
Kundenstopper .......................................................................................... 24

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Fassung vom 31. Januar 2019

A.

Begründung zur Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

1.

Aufgabe und Notwendigkeit
Die bauliche und gestalterische Entwicklung in der Altstadt Durlach wird seit
1998 auf Grundlage der Gesamtanlagensatzung gemäß § 19 Denkmalschutzgesetz „Altstadt Durlach“ gesteuert. Zuvor wurde diese Aufgabe mittels sanierungsrechtlicher Genehmigungen im Rahmen der seinerzeit noch gültigen Sanierungssatzung wahrgenommen. Eine Grundlage für gestalterische Entscheidungen ist
unter anderem ein 1976 entwickelter Entwurf für eine Gestaltungssatzung. Zwischenzeitlich zeigen sich die Schwächen dieser rechtlichen Situation. Obwohl das
Denkmalschutzgesetz für sich genommen die stärksten Einflussmöglichkeiten auf
das bauliche Geschehen bietet, die überhaupt zur Verfügung stehen, gibt es Fälle
oder auch Bereiche, in denen dieses Gesetz nicht greift, bzw. aus sich selbst heraus seine Grenzen findet. Beispielsweise sind im baden-württembergischen
Denkmalschutzgesetz städtebauliche Gründe für denkmalrechtliche Maßnahmen
nicht vorgesehen. Des Weiteren sind Gegenstände, die das Stadtbild stark beeinflussen, jedoch nicht unmittelbar Gegenstand denkmalschutzrechtlicher Genehmigungsvorgänge sind, nicht zu steuern. Beispiele hierfür sind nicht
denkmalgeschützte Altbauten innerhalb der Gesamtanlage aber auch Neubauten
auf bisher unbebauten Grundstücken oder nach Abbrüchen.
Zunehmend wird auch die Bedeutung der Randbereiche und der Eingangssituationen zur Altstadt hin als so wichtig eingeschätzt, dass auch dort
Steuerungsmechanismen eingeführt werden sollen.
In der Gesamtanlagensatzung werden die wesentlichen Schutzziele aufgeführt,
es wird aber nicht beschrieben, mit welchen konkreten baulichen Maßnahmen
solche Ziele zu erreichen sind. Es bleibt insofern den jeweiligen amtlichen
Entscheidungsträgern, beteiligten Eigentümern und Planern vorbehalten, den
geeigneten Weg zur Umsetzung des Schutzziels im Einzelfall zu finden.
Entwicklungsziele kennt die Gesamtanlagensatzung nicht. Sie ist rein
konservatorisch angelegt. Auf ihrer Grundlage allein sind keine Aussagen zu
Weiterentwicklungen möglich.
Mit der Gestaltungssatzung Altstadt Durlach soll eine möglichst nachvollziehbare,
verbindliche Entscheidungsgrundlage für alle Beteiligten zur Anordnung der
Baukörper, zur Ausführung der wesentlichen Bauteile (Dach, Fassade, Öffnungen)
aber auch zu baulichen Details (Fenster, Werbeanlagen, Einfriedungen etc.)
geschaffen werden. Sie soll Spielräume für Neubauten eröffnen und dabei eine
harmonische Ensemblewirkung begünstigen. Die Vorschriften werden aus den
örtlichen, durch die Durlacher Bau- und Planungsgeschichte geprägten
Gegebenheiten heraus entwickelt und präzisieren die allgemeinen
Anforderungen, wie sie sich aus der Landesbauordnung ergeben.

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

2.

Bauleitplanung

2.1

Vorbereitende Bauleitplanung

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Fassung vom 31. Januar 2019

Das Plangebiet ist im gültigen Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbands
Karlsruhe (FNP NVK) überwiegend als „Wohnbaufläche" sowie „Gemischte
Baufläche", ,,Gewerbliche Baufläche“, ,,Fläche für Gemeinbedarf" und
„Grünfläche" dargestellt. Die Festsetzungen weichen davon nicht ab.
Die Darstellungen im Flächennutzungsplan bleiben von den
Festsetzungen der Gestaltungssatzung unberührt.
2.2

Verbindliche Bauleitplanung
Für das Plangebiet bestehen folgende Bebauungspläne:
Bebauungsplan Nr. 614 „Nutzungsartfestsetzung (ehem. Bauordnung der Stadt
Karlsruhe)“, rechtsverbindlich seit 22.2.1985,
Bebauungsplan Nr. 420 „Palmaienstraße, Kanzlerstraße“, rechtsverbindlich seit
29.07.1896,
Bebauungsplan Nr. 421 „Pfinztalstraße von Pforzheimer Straße bis Hengstplatz,
rechtsverbindlich seit 13.02.1901
Bebauungsplan Nr. 410 „Hengstplatz“, rechtsverbindlich seit 28.08.1905,
Bebauunngsplan Nr. 408 „Kanzlerstraße, Amalienbadstraße, Basler-Tor-Straße,
Palmaienstraße“, rechtsverbindlich seit 14.08.1912
Bebauungsplan Nr. 729 „Pforzheimer Straße, Pfinzstraße,
Seboldstraße und Pfinztalstraße“, rechtsverbindlich seit 10.3.2000,

Lederstraße,

Bebauungsplan Nr. 823 „Karl-Weysser-Straße, Karlsburgstraße, Pfinztalstraße,
Badener Straße“, rechtsverbindlich seit 15.02.2013
und
Bebauungsplan Nr. 846 „Innenbereich Karlsruhe Durlach“, rechtsverbindlich seit
01.07.2016.
Für den Geltungsbereich der vorliegenden Gestaltungssatzung werden diese
Pläne wie folgt ergänzt.
Bestehende Bebauungspläne bleiben bezüglich ihrer planungsrechtlichen
Festsetzungen unverändert. Die örtlichen Bauvorschriften werden durch die
Festsetzungen der Gestaltungssatzung beim Bebauungsplan Nr. 729 und Nr. 823
ergänzt.
3.

Denkmalschutz
In der Durlacher Altstadt stehen nicht nur viele Einzelgebäude als Kulturdenkmal
unter Schutz. Vielmehr wurde im Jahr 1998 im Rahmen der Gesamtanlagensatzung „Altstadt Durlach“ das Straßen-, Platz-, und Ortsbild im Bereich der historischen Altstadt Durlachs als Ganzes unter Denkmalschutz gestellt. Dieser Schutz
ist umfassend und betrifft gemäß Satzungstext das vorhandene Erscheinungsbild
der Durlacher Altstadt, wie es sich gegenwärtig von innen, aber auch von außen,
beispielsweise vom Turmberg aus gesehen, darstellt.

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

4.

Bestandsaufnahme

4.1

Räumlicher Geltungsbereich

-5-

Fassung vom 31. Januar 2019

Das ca. 32 ha große Planungsgebiet liegt in Karlsruhe-Durlach.
Maßgeblich für die Abgrenzung des Planungsgebietes ist der zeichnerische Teil.
4.2

Vorhandene Bebauung
Das äußere Erscheinungsbild der Durlacher Altstadt wird maßgeblich von einer
historisch gewachsenen Stadtstruktur und einer Vielzahl baulicher Kulturdenkmale aus unterschiedlichen Zeitepochen geprägt.
Die in der Altstadt erlebbare, hohe städtebauliche Qualität entsteht aus den
Besonderheiten des öffentlichen Verkehrsraums mit seinem charakteristischen
Kreuz- und Ringstraßensystem mit unterschiedlich dimensionierten Platzräumen,
aber auch aus den fernwirksamen Sichtbezügen zu den Kirchtürmen, zum
Rathausturm und zum Turmberg. Auch der Blick zurück vom Turmberg auf die
Straßen- und Dachlandschaft der Altstadt erschließt die Besonderheit der ehemaligen Markgrafenstadt.
Im Altstadtkern präsentieren sich die Straßenzüge über weite Strecken hinweg
wohltuend einheitlich, wobei die Qualität der straßenbegleitenden Bebauung
wegen der Krümmung der Ringstraßen in besonderer Weise erlebbar wird.
Die Altstadt kennzeichnet aber auch der Kontrast: Öffentliche Gebäude wie das
Rathaus, die Kirchen, die Schulen und insbesondere die Karlsburg setzen
städtebauliche Akzente. Mitunter stehen Gebäude wie z.B. die in der Gründerzeit
errichtete Löwen-Apotheke in starkem stilistischem Gegensatz zur umgebenden
Bebauung.
Die städtebauliche Qualität der Altstadt hat sich aus der Summe vieler einzelner
Bauprojekte entwickelt, die überwiegend in hoher planerischer und
handwerklicher Qualität, sensibel in das städtebauliche Umfeld eingefügt
wurden. Dies gilt insbesondere für Baumaßnahmen aus der Zeit der Sanierung
1984-2004, in der das Ortsbild mit hohem Betreuungsaufwand seitens der
Denkmalpflege und der Stadtplanung gepflegt und weiterentwickelt wurde, aber
durchaus auch für Beispiele aus jüngster Zeit.
Ebenso gibt es weniger gelungene Maßnahmen und es gibt die vielen „kleinen
Sünden“
(unproportionierte
Anbauten, unangemessene Materialwahl,
übertriebene Werbeanlagen), die in der Summe die Wirkung des historischen
Stadtbildes schwächen.

5.

Planungskonzept
Die mit dieser Satzung verfolgten Ziele sind im Wesentlichen folgende:

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

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Fassung vom 31. Januar 2019

Die bauliche Entwicklung der Durlacher Altstadt soll so gesteuert werden, dass
ihre unverwechselbare Identität erhalten bleibt. Dazu sollen Regelungen
getroffen werden, die die essentiellen Gestaltungsmerkmale in ihrem
Erscheinungsbild erhalten und diese Gestaltungsmerkmale zur Richtschnur für
bauliche Ergänzungen machen. Gleichzeitig sind im Sinne der Attraktivität der
Altstadt als Wohn- und Wirtschaftsstandort und zur Sicherung der durch die
Sanierung erreichten Erfolge auch Freiräume für eine qualitätvolle aber am
Bestand orientierte Weiterentwicklung zu schaffen.
Es sollen erweiterte Einflussmöglichkeiten aus einem grundsätzlich erhaltenden
Blickwinkel auf Veränderungen der räumlichen, städtebaulichen und
architektonischen Situation und des äußeren Erscheinungsbildes der Altstadt
Durlach geschaffen werden. Diese Einflussmöglichkeiten sollen über die
Möglichkeiten des Denkmalschutzes hinausgehen und auch städtebaulich
begründet sein.
Darüber hinaus sollen gestaltrelevante Erscheinungen, die den Regelungen des
Denkmalschutzgesetzes nur unzureichend zugänglich sind, im Sinne einer
positiven, gestalterischen Weiterentwicklung des Ortsbildes gesteuert werden.
Störende Werbeanlagen sollen ausgeschlossen werden. Zulässige Werbeanlagen
sollen in das Stadtbild integriert und den städtebaulichen und architektonischen
Ausdrucksformen untergeordnet werden.
Die ebenfalls wünschenswerte, vereinheitlichende und vereinfachende Gestaltung
von Stadtmobiliar und Mobiliar von Außenbewirtungen und die Steuerung von
Gegenständen aus Sondernutzungen im öffentlichen Raum können aus
rechtlichen Gründen nicht in dieser Satzung geregelt werden. Sie werden in den
Hinweisen angesprochen.
5.1

Zonierung des Geltungsbereiches
Um den unterschiedlichen städtebaulichen Situationen innerhalb der Altstadt gerecht zu werden, wird der Geltungsbereich in verschiedene Zonen mit differenzierter Regelungstiefe unterteilt. Manche Regelungen gelten für den gesamten
Geltungsbereich, manche nur für einzelne Zonen.
Die Zonierung wurde mit Blick auf die unterschiedlichen historischen
Baustrukturen festgelegt (6.2 Lageplan S. 21). Es wird Gebäudetypologisch
unterschieden in:
Zone A - Kernstadt / Durlacher Modellhaus
Im Bereich der Kernstadt ist das historische Ortsbild durch eine charakteristische
Bauform geprägt, die sich auf die „Durlacher Modellbauverordnung“ von 1698
bezieht und damit der gestalterischen Zielsetzung für den Wiederaufbau nach
dem Stadtbrand im Jahre 1689 entspricht. Typische Merkmale sind:
•

meist 2-Geschosse

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

•
•
•
•
•
•

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Fassung vom 31. Januar 2019

Gebäude traufständig zur Straße
Dachneigung um 50°
Geschlossene Dachflächen mit Dachüberstand an der Traufe, als
Kastengesims ausgebildet
Rotbraune Biberschwanzeindeckung
Verputzte Fassade, durch horizontale Gesimse, Fenster und Klappläden
rhythmisch gegliedert
Gebäude stehen auf einem vorspringenden Sockel

Zone B – Stadtmauerbebauung
Die Bebauung auf der Flucht der mittelalterlichen Stadtbefestigung bzw. auf
Resten der alten Stadt- / Zwingermauer hat als vormals untergeordneter, von
Nebengebäuden geprägter Stadtbereich historisch folgende typische Merkmale:
•
•
•
•
•

meist 2-Geschosse
Gebäude traufständig zur Straße bzw. Stadtmauerflucht
Dachneigung um 50°
Kleinflächige oft differenzierte Dachlandschaft mit meist geschlossenen
Dachflächen ohne Öffnungen
Unverputzte Natursteinfassaden, Fachwerkfassaden, verputzte Fassaden

In dieser Zone finden sich auch Sonderlösungen für Fassaden- und
Dachgliederungen aus der Zeit der Sanierung, die die Geschlossenheit der
Mauerflächen von Stadt- und Zwingermauer betonen. Andererseits finden sich
hier in die geschlossenen Flächen eingegliederte, größere verglaste Wand- und
Dachflächen, die sich störungsfrei einfügen. Gestalterisch und funktional ähnlich
ambitionierte Planungen sollen hier weiterhin möglich sein.
Zone C - Innere und äußere Stadterweiterung
Am Rand des Geltungsbereichs, aber auch entlang von Teilen der Pfinztalstraße,
findet sich ein weniger homogener Gebäudebestand. Diese Bereiche der Altstadt
sind geprägt durch Gebäude der Gründerzeit, der Nachkriegszeit und der darauf
folgenden Jahrzehnte bis zur Gegenwart, mit größeren Dimensionen und
vielfältigeren Materialien. Die „Stadterweiterung“ weist auch eine größere
Vielfalt an Bautypen auf, als die beiden zuvor beschriebenen Zonen.
Vom öffentlichen Verkehrsraum aus sichtbare und nicht sichtbare
Bereiche
Über diese Zoneneinteilung hinaus ist zu beachten, in welchem Umfang die
betreffende Bebauung oder der Bauteil vom öffentlichen Verkehrsraum aus
wahrnehmbar ist. Grundsätzlich sind Gebäude „ganzheitlich“ zu gestalten. Im
Hinblick auf den Grundsatz der Angemessenheit ist es allerdings geboten,
zwischen einsehbaren Bereichen mit höherem Regelungsbedarf und nicht
einsehbaren Bereichen mit geringeren Anforderungen zu unterscheiden. Diesem
Zweck dient die weitere Unterteilung der Zonen A und B in A1/A2 und B1/B2,

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

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Fassung vom 31. Januar 2019

wobei die Zonen A1 und B1 Gebäude bzw. Gebäudeteile umfassen, die vom
öffentlichen Verkehrsraum aus sichtbar sind und A2 und B2 solche, die nicht vom
öffentlichen Verkehrsraum aus sichtbar sind.
5.2

Gestaltung
Das Ortsbild und die vorhandene Baustrukturen in ihrer Maßstäblichkeit und mit
ihren ortstypischen Gestaltungsmerkmalen sollen bei allen baulichen Maßnahmen
grundsätzlich erhalten werden. Veränderungen im Erscheinungsbild von Gebäuden müssen sich am Bestand orientieren und sich in die umgebende Bebauung
einfügen. Vorhandene Gestaltungsmängel müssen im Zuge baulicher Maßnahmen beseitigt werden. Im Sinne einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung sollen aber auch neue, an die gestalterischen Ziele dieser Satzung angepasste Lösungen möglich sein.
Folgende Elemente sind für das äußere Erscheinungsbild der Altstadt Durlachs
erheblich, weshalb sie Gegenstand der Festsetzungen sind:
•
•
•

•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•
•

Die städtebauliche Grundstruktur mit ovalem Stadtkern, der Vorstadt und dem
Schlossbereich, die historischen öffentlichen und privaten Gebäude, der Verlauf
von Stadtmauer und Graben und die mittelalterliche Parzellierung
Die von der historischen Bebauung geprägten Straßen und Platzräume mit ihren
Profilen, den Belägen, der Möblierung des öffentlichen Raumes und den
Grünbereichen
Die Gebäudefassaden mit ihren sich aus der Parzellengröße und Traufhöhe
ergebenden Proportionen, ihren Gliederungen, die Dachzonen, die gestalteten
Details an den Fassaden, die Farb- und Materialwahl, Fensterformate, Teilungen
und Fensterläden, Tür- und Torflügel.
Gebäude, Bauliche Anlagen aller Art, Garagen, überdachte Stellplätze,
Fahrgastunterstände, Vorbauten, Überdachungen, Verglasungen
private Freiflächen
Öffnungen in Außenwänden und Dächern
Außenwandverkleidungen, Verblendungen und Verputz baulicher Anlagen
Anlagen zur photovoltaischen und thermischen Solarnutzung
Windenergieanlagen
Masten, Leitungen, Sirenen, Fahnen, Einrichtungen der Brauchtumspflege
Technische Ausrüstungen des öffentlichen Raumes
Antennen
Einfriedungen
Stützmauern
Werbeanlagen
Automaten

Die Festsetzungen gelten sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen, Wiederaufbauten, Umbauten, Instandhaltungen und Erweiterungen baulicher Anlagen.
Die Festsetzungen gelten ebenso für die nach § 50 Landesbauordnung (LBO)
verfahrensfreien Vorhaben, welche gem. § 3 der Satzung im Kenntnisgabeverfahren anzuzeigen sind.

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Fassung vom 31. Januar 2019

Die Satzung gliedert sich im Einzelnen wie folgt:
5.2.1 §§ 1 bis 5 sowie 15 und 16 - Allgemeine Regeln
In den §§ 1 bis 5 werden zunächst der räumliche und sachliche Geltungsbereich
festgesetzt, anzeigepflichtige Maßnahmen beschrieben, die Zulässigkeit sowie die
Voraussetzungen für Ausnahmen bzw. Befreiungen von den Satzungsinhalten
definiert und das Verhältnis zu anderen Rechtsvorschriften geklärt. Nach den
inhaltlichen Festsetzungen wird der Tatbestand der Ordnungswidrigkeit erläutert
(§ 15) und auf die erforderlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten der Satzung hingewiesen (§ 16).
5.2.2 § 6 – Gestaltungsgrundsätze
Die Gestaltungsgrundsätze beschreiben die Hauptanliegen der Satzung, nämlich
die Erhaltung und Fortschreibung der städtebaulichen und architektonischen
Besonderheiten der Durlacher Altstadt. Maßnahmen müssen sich in die Eigenart
der die Umgebung prägenden Bebauung einfügen. Dies ist nicht nur bei
Maßnahmen an Hauptgebäuden zu fordern (z.B. Neubauten, Wiederaufbauten,
Umbauten, Erweiterungen), sondern auch bei sonstigen Bauteilen und Anlagen
(z.B. Werbung, Antennen, Einfriedungen oder Anlagen zur Solarenergienutzung).
Die Festsetzungen beziehen sich auch auf Detailausbildungen (Dächer,
Fassadenputz, Gebäudesockel, Türen, Fenster, Schaufenster), da diese Elemente
in ihrer Gesamtheit das Erscheinungsbild der Durlacher Altstadt mit bestimmen.
Die Grundsätze sind auch bei der Gestaltung von öffentlichen Straßen und
Plätzen,
im
Zusammenhang
mit
der
öffentlichen
Beleuchtung,
Oberflächengestaltung und bei der Errichtung von baulichen Anlagen im öffentlichen Raum, insbesondere bei technischen Anlagen der Versorgungsträger
anzuwenden.
Auf Gebäude, Gebäudegruppen sowie sonstige bauliche Anlagen und Freiräume
von geschichtlicher, künstlerischer und städtebaulicher Bedeutung ist besondere
Rücksicht zu nehmen (z.B. Stadtmauerbebauung am alten Friedhof oder die
Bereiche Friedrichsschule, Marktplatz, Saumarkt, Karlsburg, Hengstplatz).
Wiederherstellung des historischen Bildes
Wann immer dies möglich ist, sind bauliche Veränderungen, die das historische
Erscheinungsbild eines Gebäudes erheblich beeinträchtigt haben, bei Umbauund Renovierungsmaßnahmen zu beseitigen. Falls eine Rekonstruktion nicht
sinnvoll möglich bzw. unter Abwägung sonstiger berechtigter Interessen nicht
vertretbar ist, ist eine Angleichung an das historische Erscheinungsbild oder
dessen gestalterisch schlüssige Weiterentwicklung anzustreben.

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Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

Fassung vom 31. Januar 2019

Erhalt historischer Gebäudeabstände
Die städtebauliche Besonderheit der Durlacher
Altstadt wird bereichsweise auch durch historische
Gebäudeabstände gekennzeichnet, welche die nach
Landesbauordnung (LBO) heute einzuhaltenden
Gebäudeabstände zum Teil deutlich unterschreiten.
Zur Sicherung dieser ortstypischen Charakteristik sind
solche historisch begründeten Abstände bei Um- und
Neubauten beizubehalten bzw. wiederherzustellen.
Andere als die in der LBO festgesetzten
Gebäudeabstände werden insoweit für zulässig erklärt. Dabei darf es zu keiner Beeinträchtigung gesunder Wohn- und
Arbeitsverhältnisse kommen und die Belange des baulichen Brandschutzes
müssen gewahrt bleiben.
Erhalt der historischen Gebäudeteilung
Bei einer Zusammenlegung von Grundstücken oder Gebäuden soll die
ortsbildprägende historische Gebäudeteilung in Fassade und Dach durch eine
differenzierte Gestaltung ablesbar bleiben.
5.2.3 § 7 Dächer und Dachaufbauten
Die Festsetzungen betreffen Dachform und Dachneigung, die Materialien zur
Dacheindeckung, die Ausformung von Dachrändern / Dachgesimsen / Kaminen /
Ortgängen, ferner auch Dachterrassen, Dacheinschnitte, Dachflächenfenster,
Firstverglasungen sowie Dachgauben und Zwerchgiebel. Die Regelungen sind
erforderlich, weil das Erscheinungsbild der Durlacher Altstadt in besonderem Maß
auch von ihrer Dachlandschaft mitbestimmt wird. Dies wird nicht erst vom
Turmberg aus ersichtlich, sondern bereits innerhalb der historischen
Straßenräume, wo die Dachflächen aus zahlreichen Blickwinkeln heraus
zusammen mit den Gebäudefassaden prägend erlebbar werden.
Der Erhalt historischer Dachkonstruktionen und Dachdeckungen ist grundsätzlich
einer Nachbildung vorzuziehen. Nachbildungen regeln die Festsetzungen der
Satzung.

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Fassung vom 31. Januar 2019

Beispiele für Dachformen und Dachmaterialien
Dachform und Dachneigung
Durch die Festsetzungen soll erreicht werden, dass bei geschlossener Bauweise
(Gebäude stehen beidseitig auf der Grenze) nur Satteldächer mit Firstlage in Gebäudemitte und beidseitig weitestgehend gleicher Dachneigung entstehen. Eine
solche symmetrische Dachausbildung ist kennzeichnend für die Altstadt.
Einseitige Veränderungen der Dachneigung („Aufklappungen“) entsprechen
hingegen nicht dem historischen Vorbild und wirken in den meisten der
realisierten Fälle in ihrer städtebaulich-gestalterischen Außenwirkung
„ungelenk“. Sie können in den Fällen, wo die Dachseiten nicht gemeinsam
wahrnehmbar sind und die Abweichung geringfügig sind und zu einer erheblich
besseren Nutzbarkeit von Innenräumen oder einer verbesserten Zugänglichkeit von
Außenräumen führen, ausnahmsweise auch nicht symmetrisch ausgeführt

werden.
Zurückgesetzte Dachgeschosse und Drempelgeschosse sind in bestimmten Zonen
unzulässig, da sie den seinerzeitigen technischen Möglichkeiten und
gestalterischen Gepflogenheiten nicht entsprechen und daher nicht oder nur in
extrem seltenen Fällen ausgeführt wurden und somit untypisch für das zu
erhaltende beziehungsweise neu zu gestaltende Erscheinungsbild der Durlacher
Altstadt sind.
Bei Gebäuden in offener Bauweise (beidseitiger seitlicher Grenzabstand) oder mit
einseitigem Grenzanbau sind, entsprechend einer Anzahl historischer Vorbilder,
auf den Gebäudeseiten mit Grenzabstand auch Walm- und Krüppelwalmdächer
zulässig.
Die zulässige Dachneigung beträgt entsprechend den historischen Leitbildern
(siehe Ziffer 5.3 der Begründung) und unter Sicherung einer angemessenen
planerischen Flexibilität bei Sattel-, Walm- und Krüppelwalmdächern 40 bis 50
Grad.
In der Zone C sind auch Mansarddächer zulässig, da diese häufig bei der dort
überwiegend vorhandenen, gründerzeitlichen Bebauung realisiert wurden. In den
Zonen A 2 und B sind auch andere Dachformen zulässig, weil es sich hier in der
Regel um Nebenhäuser - oft als Grenzbebauung - handelt, die bereits bei der
Erbauung beispielweise mit Pultdächern etc. errichtet worden waren. Historisch
begründete Dachneigungen und Dachdeckungen sind anzustreben.
Dachmaterialien / Kamine / Dachzubehör
Naturrote oder braune, unglasierte Ziegel mit einer matten Oberfläche sind die
vorherrschenden und historisch begründeten Dachmaterialien und Dachfarben.
Darüber hinaus werden weitere Details zur Dachgestaltung festgesetzt, die den
historischen technischen und gestalterischen Möglichkeiten entsprechen und
daher typisch für das zu erhaltende Erscheinungsbild sind. Auch unter Beachtung

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

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Fassung vom 31. Januar 2019

dieser Regelungen verbleibt für die Eigentümer/innen ein ausreichender
Gestaltungsspielraum. Die Regelungen zu Material und Ausführung der
Dachaufbauten ergänzen die Festsetzungen im Sinne einer ganzheitlichen
Gestaltung der Dachlandschaft als „fünfter Fassade“ Durlachs.
Dachrand / Aufschieblinge / Ortgang
Kastengesimse, Aufschieblinge und Ortgänge zählen zu
den charakteristischen Merkmalen der Durlacher
Altstadt und sind deshalb in den gestalterisch besonders
wichtigen Zonen A1 und B 1 zu erhalten bzw. wieder
herzustellen.
Beispiel für (Sattel-) Dachgaube und Dachrand mit
Überstand als Kastengesims und mit Aufschiebling
Dacheinschnitte / Dachterrassen / Dachflächenfenster
Dacheinschnitte, Dachterrassen und Dachflächenfenster sind keine historisch
begründeten Bauteile und sollen den Straßenraum der Altstadt insofern
gestalterisch nicht mitbestimmen. Ihre Zulässigkeit ist deshalb auf die weniger
sensiblen Zonen beschränkt. Dachflächenfenster und Dachfirstverglasungen sind
außerdem in ihrer Anordnung reglementiert um Störungen der entsprechend
dem historischen Vorbild möglichst vollständig geschlossenen Dachflächen zu
minimieren.
Gauben / Zwerchgiebel - Maße und Abstände
Das historische (barocke) Ortsbild war bestimmt durch ruhige Dachflächen ohne,
bzw. mit sehr kleinen Dachaufbauten und Öffnungen. Seit sehr langer Zeit
werden Dächer jedoch ausgebaut und höherwertig genutzt. Eine erhebliche
Anzahl von Dachausbauten geht auf die Periode der Sanierung und die jüngste
Zeit zurück. Dabei wurden Standards angewandt, die ebenso wie die
Gestaltungssatzung zum Ziel hatten, die zeitgemäße Nutzung von Dachgeschossen zu erlauben, aber gleichzeitig die Ablesbarkeit der alten Dachformen zu
gewährleisten. Diese Standards wurden im Grundsatz beibehalten und im Detail
an aktuelle bauphysikalische und baurechtliche Vorschriften angepasst.
Die festgesetzten Maximaldimensionen von Dachgauben und Zwerchgiebeln
sowie deren Abstände untereinander, zu Traufe und First und zum Ortgang des
Hauptdachs
sichern
ein
angemessenes
Verhältnis
zwischen
den
unterzuordnenden Dachaufbauten und dem dominierenden Hauptdach.
Bei Gauben handelt es sich um
Dachaufbauten, mit denen die
Dachtraufe nicht unterbrochen wird.

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

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Fassung vom 31. Januar 2019

Skizze Stirnhöhe / Stirnfläche von Gauben
Zwerchgiebel im Sinne dieser Satzung sind
Dachaufbauten, welche die Dachtraufe
unterbrechen.

Beispiel für Zwerchgiebel und Gauben

5.2.4 § 8 Fassaden
Der Erhalt historischer Fassaden ist grundsätzlich einer Nachbildung vorzuziehen.
Ansonsten wird die Verwendung sogenannter „Lochfassaden“ festgesetzt.
Lochfassaden sind Fassaden mit untergeordneten Öffnungsanteilen und
überwiegenden Wandanteilen (durchgängige Fensterbänder z.B. sind unzulässig).
Lochfassaden beruhen auf den technischen Möglichkeiten und den daraus
entwickelten gestalterischen Vorstellungen nahezu der gesamten Baugeschichte.
Sie folgen einer handwerklichen Tradition, die sich in den Regularien zum
Modellbauverordnung niederschlägt und sind in der Folge kennzeichnend für die
Altstadt geworden. Lochfassaden finden durchaus auch in der Architektur der
Gegenwart Anwendung. Die Festsetzung ist insofern auch mit Blick auf heutige
Bauformen angemessen.

Beispiele Fassaden
Fassadengliederung
Die gestalterische Abstimmung der Erd- und Obergeschosse und die gegenseitige
Bezugnahme von Öffnungen innerhalb einer Fassade sind eigentlich gestalterische Selbstverständlichkeiten. Das Erfordernis einer diesbezüglichen
Festsetzung ergibt sich allerdings aus der Analyse einer ganzen Anzahl anders
gearteter Beispiele, die zur gestalterischen Beeinträchtigung der Altstadt

Gestaltungssatzung Altstadt Durlach

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Fassung vom 31. Januar 2019

beitragen. Vor diesem Hintergrund werden auch Störungen oder
Unterbrechungen einer Fassade durch untergeordnete Bauteile (z.B.
Werbeanlagen) per Satzung geregelt und der Erhalt bzw. die Wiederherstellung
vorhandener Gliederungs- und Gestaltungselemente wie horizontale Gesimse,
Lisenen, Fenster-, Tür- und Torgewände, Sockel, Sohlbänke oder Klappläden
festgesetzt.
Sichtfachwerk
Sichtfachwerk (kunstvoll gefertigtes Fachwerk, welches als Sichtfassade ohne
Verputz geplant worden war) ist zu erhalten. Die Freilegung von Fachwerk ist
grundsätzlich nur bei Sichtfachwerk zulässig, und nur dann, wenn ein
nachträglich aufgebrachter Verputz nicht seinerseits erhaltenswert ist. Eine
Festverglasung von Gefachen ist in Zone A1 unzulässig, da sie nicht dem dort
angestrebten Gestaltungsziel entspricht. Sichtbare Fachwerke müssen dunkler
gestaltet sein als die Ausfachungen, da die weit überwiegende Mehrzahl der
historischen Vorbilder diesem Prinzip folgt und die dunklere Farbe, welche mit
Stabilität assoziiert wird die Konstruktionsweise des Fachwerkbaus bildlich
ausdrückt.
Zulässigkeit von Balkonen, Loggien und Erkern
Balkone, Loggien und Erker sind als besonders auffällige und historisch für den
überwiegenden Teil der Altstadt untypische Bauteile grundsätzlich nur in den
Gestaltungszonen zulässig, die nicht vom öffentlichen Raum (Straßen und Plätze)
aus sichtbar sind. Ausnahmen sind im Falle des Ersatzes solcher historisch
vorhandener Bauteile oder auch bei Neubauten möglich, wenn sie sich
maßstäblich einfügen und das für die jeweilige
Zone
angestrebte
Erscheinungsbild
nicht
beeinträchtigen.

Straßenzug ohne Rücksprünge oder Vorbauten
Fassaden und Sockel / Materialien
Fassaden- oder Sockelverkleidungen aus Holz, Metall, Kunststoff, Faserzement,
Keramikfliesen, Waschbeton, Natursteinimitationen, sowie Verkleidungen oder
Fassadenelemente, die andere Materialien oder Fassadenkonstruktionen

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imitieren, können gestalterisch so dominant in Erscheinung treten, dass sowohl
die Wirkung der einzelnen Fassade als auch das umgebende städtebauliche
Ensemble beeinträchtigt werden. In der Regel sind bei den hier auf dem Markt
befindlichen Produkten Imitate auch von Laien eindeutig von originalem Material
unterscheidbar und werden aufgrund Ihres minderwertigen Erscheinungsbildes
und ihres abweichenden Alterungsverhaltens als störend empfunden. Daher
sollen solche untypischen, oft einem kurzlebigen Zeitgeist folgende Materialien in
der traditionell von qualitätvoller Handwerksarbeit geprägten Durlacher Altstadt
keine Verwendung finden.
Zu Verwenden sind vielmehr fein- bis mittelkörnige, richtungslos verriebene
Außenputze (Zonen A und B) sowie Gebäudesockel, die ebenfalls verputzt oder
mit unpoliertem, ortstypischem Sandstein oder mit Beton und Natursteinvorsatz
verkleidet sind. Zur Wahrung der gestalterischen Kontinuität sind in der Zonen
A1 auch Neubauten mit einem Sockel auszubilden.
Fassaden – Farben
Die festgesetzten Farbangaben beziehen sich auf das RAL-Classic-System für
Sockelfarben bzw. das RAL-Design-System und sind insofern objektivierbar.
Damit sichern sie sowohl die gestalterische Vielfalt als auch eine behutsame
Farbabstimmung im Durlacher Altstadtkontext. Unverzichtbar ist allerdings, dass
alle Fassadenfarben grundsätzlich vor der Ausführung anhand von örtlich anzubringenden Farbmustern mit der Denkmalbehörde bzw. dem Stadtplanungsamt
abzustimmen sind.

Beispiel Sockel

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Beispiel Fassade mit Tor und
Fenster

Fassade OG: RAL 050 80 30
Fassade EG: RAL 060 90 05
Gewände/Gesimse: RAL 050 90 10

Beispiel Fenster / Klappläden

Energetische Maßnahmen an Fassaden
Das gewachsene Erscheinungsbild der Kernstadt ist wesentlich geprägt durch die
bündig mit den Nachbargebäuden stehenden, geschlossenen Fassaden. Vorsprünge, wie sie sich durch das Aufbringen von Dämmung zwangsläufig
ergeben, würden dieses Erscheinungsbild beeinträchtigen und zudem wichtige
Gliederungselemente der alten Fassaden überdecken. Auf historischen Fassaden
ist daher das Aufbringen von Wärmedämmverbundsystemen oder vergleichbaren
flächigen Fassadensystemen unzulässig. Die Festsetzung ist zur Sicherung des
historischen Erscheinungsbildes der Altstadt unverzichtbar und angemessen weil
es bei der energetischen Gebäudesanierung auch leistungsfähige alternative Verfahren z. B. im Gebäudeinneren gibt.
5.2.5 § 9 Türen, Tore, Fenster, Läden, Schaufenster
Die für die Zonen A1 und B1 festgesetzte Verwendung von hochkant stehenden,
rechteckigen Fensterformaten entspricht der ortstypischen, historisch begründeten Tradition. Dies gilt ebenso für die Gliederung durch Profile oder
Pfosten.
Zugestrichene oder durch Werbung überdeckte Türen, Tore, Fenster und
insbesondere die zu einem unproportional hohen Anteil mit Werbung
überzogenen Schaufensterflächen sind erfahrungsgemäß nicht werbewirksam,
sondern deuten eher auf einen funktionalen Missstand hin, der Passanten
verunsichert und abstößt.
Türen, Tore und Fenster dürfen deshalb nicht zugestrichen und nicht durch
Werbeverklebung überdeckt werden. Bei Schaufenstern ist es oft der Fall, dass
kleinere Teilflächen zu Werbezwecken auch beklebt werden. Dies soll allerdings

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dauerhaft nicht zu mehr als 10% der Schaufensterfläche zulässig sein. Ausnahmen für beschränkte Zeitdauer sind möglich, z.B. für Umbau und Dekoration.
Die Verwendung von Glassprossen im Scheibenzwischenraum (unechte Sprossen)
wirkt gestalterisch „billig“ weil handwerklich nicht begründet und stellt keinen
angemessenen Ersatz für das historische Vorbild dar. Sie sind daher nicht
zulässig.
Störend und im historischen
unangemessen dominant wirken
Verglasungen aus getöntem
Struktur-und Spiegelglas. Sie sind
zulässig.

Ensemble oft
Glasbausteine,
Glas, Draht-,
ebenfalls nicht

Schaufenster in Fassadenbild eingefügt
Durch die verbindliche Festsetzung von Toren an Gebäudedurchfahrten sollen die
baulich geschlossene, „stabile“ Wirkung einer Fassade unterstützt und „dunkle
Löcher“ in der Ensemblewirkung vermieden werden. Rollgittertore können
ebenfalls zu einer solchen negativen Wirkung beitragen und sind daher
unzulässig.
Zur Dimensionierung von Schaufenstern werden Maßgaben hinsichtlich ihrer
maximalen Breite und in Bezug auf gliedernde Pfosten, Pfeiler oder
Mauerabschnitte festgesetzt. In diesem Zusammenhang ist auch § 8 der Satzung
- Fassaden - zu beachten, wo z.B. die gegenseitige gestalterische Bezugnahme
von Fassadenbauteilen gefordert wird.
Auch nach Ladenschluss können Schaufenster mit ihren Auslagen ein attraktives
Umfeld für Besucher der Altstadt bieten. Schaufenster, die durch Rollläden verschlossen sind, können diese Qualität nicht entfalten und sind deshalb
unzulässig. Ausnahmen sind nur bei Vorlage einer entsprechenden versicherungstechnischen Forderung möglich.
Wie Fenster und Türen zählen auch Klappläden zu den wichtigen und oft
historisch begründeten Gliederungs- und Gestaltungselementen einer Fassade. In
den Zonen A1 und B1 sind vorhandene Klappläden deshalb in ihrem äußeren
Erscheinungsbild zu erhalten oder ersatzweise in Holz wiederherzustellen. Alle
Klappläden auf einer Fassadenseite müssen gleich gestaltet sein.
Rollladenkästen sind funktional durchaus begründet, sollen aber nicht zur
gestalterischen Beeinträchtigung der Fassade führen. Rollladenkästen die vor die
Fassade vorstehen oder das Fensterformat verkleinern sind deshalb unzulässig.

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5.2.6 § 10 Markisen und Vordächer
Markisen und Vordächer sind untergeordnete Bauteile einer Fassade. Als
integrierter Bestandteil eines Gebäudes können sie einen wichtigen Beitrag für
den Gesamteindruck einer Fassade leisten und als Wetterschutz zum Verweilen
im Schaufenster- und Gastronomieaußenbereich einladen.
Unproportionale Konstruktionen und die Verwendung
unangemessener Materialien können hingegen den
gestalterischen Gesamteindruck einer Fassade zerstören. Insbesondere durch massive, über das ganze Gebäude hinweg gezogene und weit auskragende
Vordächer kann der der Blick auf die Obergeschosse
versperrt und die Fassade der Obergeschosse optisch
„abgeschnitten“ werden.

Beispiel Markisen
Die Festsetzungen zu Dimension, Konstruktion, Material und Farbe sichern eine
angemessene Einordnung der Markisen und Vordächer in das Fassadenbild und
das umgebende städtebauliche Ensemble.
5.2.7 § 11 Einfriedungen
Einfriedungen sind zwar im städtebaulichen Gefüge der Durlacher Altstadt ein
eher seltenes Element, können allerdings das Erscheinungsbild des öffentlichen
Raums beispielweise in der Zone C, aber auch im südlichen Teil des Altstadtringes
durchaus mitprägen. Die entsprechenden Festsetzungen dienen dazu auch hier
gestalterische Mindeststandards zu gewährleisten.

Beispiel Einfriedung
5.2.8 § 12 Werbeanlagen
Außenwerbung an Gebäuden darf optisch nicht so dominant werden, dass die
gestalterische Qualität einer Fassade oder eines baulichen Ensembles verloren
geht. Deshalb ist es notwendig, dass Werbeanlagen einen Bezug zum „Ort der

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Leistung“ (dem Geschäft bzw. Betrieb) herstellen, sich bezüglich Lage und Proportion der Fassadenstruktur anpassen, keine wichtigen Bauteile überdecken und
hinsichtlich Größe und Anzahl in einem Umfang verbleiben, der sich der Gebäudefassade unterordnet und nicht etwa, wie auch Durlacher Beispiele zeigen,
die Fassade beherrscht.
Neben der klassischen Geschäftswerbung sind heute
auch Werbeanlagen verbreitet, die sich durch übertriebene optische Präsenz gegenüber der schützenswerten Durlacher Bausubstanz in den Vordergrund drängen und die deshalb ausgeschlossen werden. Dabei
handelt es sich um bewegte Werbung und Werbung
mit wechselndem oder grellfarbigem Licht oder
Werbung in Signalfarben, auch bei registrierten
Firmen- oder Markenzeichen.
Beispiel Werbeanlage
Bei Werbeanlagen im öffentlichen Verkehrsraum, die mittels Verträgen der Stadt
oder ihrer Gesellschaften geregelt werden wird die Verträglichkeit mit dem zu
schützenden äußeren Erscheinungsbild der Durlacher Altstadt mittels
entsprechender
gestalterischer
Betreuung
durch
die
Stadt
im
Genehmigungsverfahren gewährleistet.

5.2.9 § 13 Wertvolle Bauteile
Bauteile wie Wappen, Schlusssteine, Gewände,
Konsolen, Zierfiguren, historische Bodenbeläge,
Einfriedungen
u.a.
tragen
zum
sinnlich
wahrnehmbaren Gesamteindruck der Altstadt bei. Die
sie betreffenden Festsetzungen dienen dazu auch
diese Details der überlieferten Gestaltung des
Durlacher
Ortsbildes
zur
Bereicherung
des
gegenwärtigen und zukünftigen Erscheinungsbildes
zu erhalten.
Beispiel Wertvolle Bauteile
5.2.10 § 14 -Technische Bauteile
Die Nutzung von Solarenergie ist generell gesehen eine sinnvolle und
wünschenswerte Entwicklung. Aufgrund der dunklen Farbe der Module, der
reflektierenden Oberflächen und der Montage oberhalb der Dachhaut lassen sich
Solaranlagen jedoch nur schwer in die historische Dachlandschaft integrieren und
stören das historische Ortsbild durch ihre großen Flächenanteile.
Antennen und sog. Satellitenschüsseln sind aufgrund Ihrer exponierten Lage
besonders geeignet, das Erscheinungsbild der Dächer und Fassaden zu

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beeinträchtigen. Deshalb soll die Anzahl und die Größe von Antennen auf das
unumgängliche Maß beschränkt und der Gestaltung des Hauses angepasst
werden.
Weder Solar- bzw. Photovoltaikanlagen noch Satellitenempfangsanlagen (sog.
„Schüsseln“) noch Klimageräte sollen aus der Durlacher Altstadt verbannt
werden. Allerdings sind sie nur auf den nicht vom öffentlichen Raum her
einsehbaren Dach- und Fassadenflächen zulässig. Insofern kann es im Einzelfall
vorkommen, dass die Errichtung von Solar- bzw. Photovoltaikanlagen auf
Gebäudedächern aufgrund einer ungünstigen Himmelsrichtung ausscheiden
muss oder zur Klimatisierung von Räumlichkeiten ein anderes Konzept als die
Aufstellung von Einzelgeräten zu wählen ist.
Grund für die Beschränkung ist, dass solche Anlagen sowohl einzeln,
insbesondere aber in der Häufung ein massives gestalterisches Problem darstellen
können, wenn sie vom öffentlichen Raum aus sichtbar sind. Oft geschieht die
Montage von Solar-, Photovoltaik-, Satelliten- und Klimageräten individuell aus
rein technischen Erwägungen und ohne Rücksicht auf städtebauliche Belange.
Sicher kann nicht erwartet werden, dass sich jeder Haus-/ Wohnungseigentümer,
Mieter oder Monteur stets auch seiner städtebaulichen Verantwortung bewusst
ist; gerade deshalb sind die Regelungen einer Gestaltungssatzung erforderlich.
Die insofern möglichen Einschränkungen bedürfen im Hinblick auf die
hochrangige Schutzwürdigkeit der Durlacher Altstadt, die Vielzahl an
Kulturdenkmalen und Ensembles die historische städtebauliche Gesamtanlage
einerseits und auf die besonderen Anforderungen zur Erreichung der städtischen
Klimaschutzziele andererseits einer sorgfältige Abwägung.
Bei Satellitenempfangsanlagen ist der Rechtsprechung zu Folge das Recht der
Anwohner auf frei zugängliche Information zu gewährleisten, weshalb die
Anbringung solcher Anlagen nicht generell ausgeschlossen werden kann.
Deshalb sind solche Anlagen in anderen Zonen als in Zone A2, B2 und in Zone C
ausnahmsweise dann zulässig, wenn ein geordneter Empfang ohne die Antenne
nachweislich nicht gewährleistet werden kann. Zum Schutz vor gestalterischer
Ausuferung ist in solchen Fällen allerdings auf jedem Gebäude maximal eine
Anlage zulässig.
Auch private Müllbehälter können die Wirkung des öffentlichen Raums nachteilig
beeinflussen. Das dauerhafte Aufstellen privater Müllbehälter im öffentlichen
Straßenraum ist deshalb unzulässig. Das Aufstellen von Müllbehältern auf
privaten Flächen, die unmittelbar an den öffentlichen Raum angrenzen, ist nur
zulässig, wenn die Behältnisse verkleidet oder deren Standorte eingegrünt sind.

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6.

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Fassung vom 31. Januar 2019

Beipläne zur Begründung
Zur Erläuterung sind der Begründung folgende Pläne beigefügt:

6.1

Geltungsbereich Gestaltungssatzung (§ 74 LBO)

6.2

Lageplan mit Zoneneinteilung

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6.3

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Geltungsbereich Gesamtanlage (§ 12 DSchG)

Karlsruhe, 16. Februar 2016
Fassung vom 31. Januar 2019
Stadtplanungsamt

Prof. Dr.-Ing. Anke Karmann-Woessner

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B.

Allgemeine Hinweise

1.

Archäologische Funde, Kleindenkmale

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Bei Baumaßnahmen besteht die Möglichkeit, dass historische Bauteile oder archäologische Fundplätze entdeckt werden. Diese sind gemäß § 20 Denkmalschutzgesetz (DSchG) umgehend dem Landesamt für Denkmalpflege im
Regierungspräsidium Stuttgart, Dienstsitz Karlsruhe, Moltkestraße 74, 76133
Karlsruhe, zu melden. Fund und Fundstelle sind bis zum Ablauf des vierten
Werktages nach der Meldung in unverändertem Zustand zu erhalten, sofern nicht
das Denkmalschutzbehörde einer Verkürzung dieser Frist zustimmt.
Das Verschweigen eines Fundes oder einer Fundstelle ist ein Verstoß gegen das
DSchG und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Evtl. vorhandene Kleindenkmale (z.B. Bildstöcke, Wegkreuze, historische Grenzsteine, Brunnensteine, steinerne Wegweiser und landschaftsprägende Natursteinmauern) sind unverändert an ihrem Standort zu belassen und vor Beschädigungen während der Bauarbeiten zu schützen. Jede Veränderung ist mit der
Denkmalschutzbehörde abzustimmen.
2.

Baumschutz
Bezüglich der Erhaltung der vorhandenen Bäume wird auf die am 12.10.1996 in
Kraft getretene Satzung der Stadt Karlsruhe zum Schutz von Grünbeständen
(Baumschutzsatzung) verwiesen.

3.

Erneuerbare Energien
Aus Gründen der Umweltvorsorge und des Klimaschutzes sollte die Nutzung erneuerbarer Energien im durch die Satzung vorgegebenen Rahmen verstärkt angestrebt werden. Auf die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes
(EEWärmeG) und des Gesetzes zur Nutzung erneuerbarer Wärmeenergie in Baden-Württemberg (EWärmeG) wird verwiesen.

C.

Hinweise zur Möblierung des öffentlichen Raums
Die Wahrnehmung des Durlacher Stadtbildes soll nicht durch private Nutzung
oder Überladung durch übermäßige Anordnung von Warenauslagen und
Möblierungen beeinträchtigt werden.
Für die Warenpräsentationen und Außenmöblierungen im öffentlichen Raum sind
grundsätzlich entsprechende Genehmigungen der zuständigen städtischen
Behörde einzuholen. Gestalterische Maßgaben für Warenpräsentationen und
Außenmöblierungen sind im Rahmen einer Gestaltungssatzung nach
Landesbauordnung rechtlich nicht möglich.
Deshalb werden an dieser Stelle lediglich Hinweise gegeben, unter welchen
gestalterischen Voraussetzungen eine Genehmigung in Aussicht gestellt werden
kann:

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1.

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Warenauslagen
Die Aufstellung von Warenregalen zur Präsentation gewerblicher Produkte ist
genehmigungsfähig, sofern die Restgehwegbreite mind. 1,60 m beträgt, die
Regale unmittelbar vor der Fassade platziert werden, die in Anspruch
genommene Fläche maximal 1,00 m tief ist und je Ladeneinheit nur einheitliche
Warenträger mit einer max. Höhe von 1,25 m eingesetzt werden.

2.

Außenbewirtung
Eine Möblierung des öffentlichen Raums mit Tischen, Stühlen und
Sonnenschirmen ist genehmigungsfähig, wenn die Restgehwegbreite mind. 1,60
m beträgt, je Ladeneinheit nur einheitliche Möblierung und einheitliche
Sonnenschirme eingesetzt werden und Möbel aus den Materialien Metall, Holz,
Korb (auch Korb-Imitat aus Kunststoff) in zurückhaltenden Farben ohne Werbung
verwendet werden. Abgrenzungen, Abschrankungen, Sichtschutz, Raucherzelte,
Heizpilze etc. sind unzulässig.

3.

Post/Telekommunikation
Die Aufstellung und Ausgestaltung von Anlagen für Post (Aufbewahrungskästen
u.ä.) und Telekommunikation ist mit der Ortsverwaltung und ggf. dem
Stadtplanungsamt abzustimmen.

4.

Kundenstopper
Die Aufstellung von Kundenstoppern ist genehmigungspflichtig im Rahmen des
Straßenrechts (Sondernutzungserlaubnis).