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Protokoll TOP 25

                                    
                                        NIEDERSCHRIFT
Stadt Karlsruhe

Gremium:
Termin:
Ort:
Vorsitzende/r:

26. Plenarsitzung Gemeinderat
19. Juli 2016, 15:30 Uhr
Öffentlich
Bürgersaal des Rathauses
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup

30.

Punkt 25 der Tagesordnung: Bessere Luft durch Mooselemente
Antrag der Stadträtinnen und Stadträte Johannes Honné, Zoe Mayer, Dr. Ute
Leidig und Renate Rastätter (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion
vom 12. Mai 2016
Vorlage: 2016/0290
dazu:
Ergänzungsantrag der Stadträte Lüppo Cramer, Erik Wohlfeil, Max Braun,
Dr. Eberhard Fischer und Uwe Lancier (KULT) sowie der KULTGemeinderatsfraktion vom 12. Juli 2016
Vorlage: 2016/0444

Beschluss:
Einverstanden mit Stellungnahme der Verwaltung; Ergänzungsantrag mit Stellungnahme erledigt
Abstimmungsergebnis:
keine Abstimmung

Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 25 zur Behandlung auf und verweist auf
die vorliegenden Stellungnahmen der Verwaltung.
Stadträtin Mayer (GRÜNE): Feinstaubreduzierung, ein besseres Mikroklima, Grün in
der Innenstadt für Menschen und Insekten, was Moose aus wissenschaftlicher Perspektive und aus Laborversuchen versprechen, das hört sich für uns nach einem gestalterisch
wertvollen Element für eine moderne Stadtplanung an. Leider geht die Verwaltung in
der Stellungnahme auf unseren Antrag fast ausschließlich auf die von uns eher exemplarisch genannten Citytrees ein. Die waren von uns eher gedacht, um ein Beispiel zu
geben, wie so etwas in der Umsetzung letztlich aussehen kann. Es gibt natürlich noch
ganz viele andere Wege, Moose einzubringen, z. B. mit Fassadenelementen oder auch
mit Mooswänden.
Die Verwaltung sagt in ihrer Stellungnahme, dass sie vor allem Bäume im Stadtgebiet
pflanzen möchte. Das ist eine Maßnahme, die wir voll umfänglich und nachdrücklich

-2unterstützen möchten. Moose sollen hier nicht in Konkurrenz stehen, sondern wir dachten eher, es könnte noch eine Möglichkeit sein, ein bisschen weiter zu denken. Gerade
auch in Gebieten, in Straßenzügen, wo z. B. aufgrund dichter Bodeninfrastruktur die
Pflanzung von Bäumen nicht möglich ist, könnten neue Elemente helfen, das Mikroklima zu verbessern. Wir wissen aus wissenschaftlicher Perspektive mittlerweile auch, dass
viele kleine, dezentrale Elemente für das Mikroklima wertvoller sind, als größere zentrale
Grünflächen.
Wir würden uns wünschen, dass die Verwaltung vielleicht Moose im Hinterkopf behält,
wenn es um solche Straßenzüge geht. Ansonsten können wir mit der Antwort der Verwaltung leben. Wir würden uns sehr wünschen, dass wir, sobald Erkenntnisse und Evaluationen aus anderen Städten zu diesem Thema vorliegen, diese im Ausschuss für
Umwelt und Gesundheit vorgelegt bekommen.
Was den Ergänzungsantrag der KULT angeht, da geht die Stellungnahme der Verwaltung sehr ausreichend darauf ein. Sollten hier neue Erkenntnisse bestehen, gerne auch
im Ausschuss.
Stadtrat Maier (CDU): Das fällt mal wieder unter die Kategorie „Bundesweiter grüner
Ideenpool mit Überstülpungsziel auf alle Kommunen“. Auch wenn es sicherlich ganz
schön aussehen könnte, so sehen wir hier keinen wesentlichen Mehrwert. Wir haben es
eher mit den echten, den richtigen Bäumen, die in unserem Stadtbild stehen und vermehrt angepflanzt werden sollen. Von daher begrüßen wir die Antwort der Verwaltung
und lehnen diesen Antrag ab.
Stadtrat Dr. Fechler (SPD): Der Nutzen und die Zweckmäßigkeit von Fassadenbegrünung mit oder ohne Moos für ein gesundes Stadtklima sind allgemein bekannt und war
schon mehrfach Thema hier im Haus. Inwieweit einzelne solitäre Maßnahmen, wie in
dem Antrag dargelegt, wegweisend und zielführend sind, sei dahingestellt.
Aus unserer Sicht wäre es sinnvoller, wenn dieses Thema in den zuständigen Ausschüssen, d. h. Ausschuss für Umwelt und Gesundheit und Planungsausschuss einmal thematisiert werden würde, im Sinne eines Konzepts zur Fassadenbegrünung und auch wie
Einrichtungen, wie der Gestaltungsbeirat, für die Thematik sensibilisiert werden. Von
daher zeigen wir uns mit der Antwort der Verwaltung zufrieden und würden aber gern
dieses Thema in den entsprechenden Gremien noch weiter verfolgen.
Stadtrat Høyem (FDP): Unsere grünen Kollegen möchten gerne die private Firma
Green City Solutions promovieren. Das finden wir Liberalen hervorragend, weil viele
private Firmen intelligente Lösungen für Klimaprobleme finden. Diese private Firma sollen wir unterstützen. Unsere Stadtverwaltung kennt das System bereits. Der Hersteller
hatte im vergangenen Jahr bei verschiedenen Dienststellen für sein Produkt geworben.
Auch das finden wir Liberale sehr gut.
Jetzt möchte die Verwaltung abwarten, um aus unabhängigen Ergebnissen dieses Produkts im Praxiseinsatz zu erfahren, inwieweit die Wirkungen von Citytree-Elementen im
Realeinsatz den Herstellerangaben entsprechen. Etwas vorsichtig, aber wohl eigentlich
ganz klug.

-3-

Ein wichtiger Grund für diesen Antrag ist die Feinstaubbelastung, die wir auch hier in
Karlsruhe bekämpfen, offenbar mit großem Erfolg. Denn die Emissionskonzentration
von Feinstaubpartikeln liegt deutlich unterhalb der geltenden Grenzwerte. Damit besteht in Karlsruhe kein akuter Handlungsbedarf bei der Feinstaubbelastung. Das ist gut.
Eine sehr fröhliche Botschaft, die die Grünen weiter verbreiten sollten.
Der Vorsitzende: Ich habe es so verstanden, dass die Grünen mit der Antwort zufrieden sind und abwarten, was aus den anderen Städten berichtet wird. Dabei können wir
es belassen. Das sehen Sie auch alle so.
Zur Beurkundung:
Die Schriftführerin:

Hauptamt – Ratsangelegenheiten –
3. August 2016