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Protokoll TOP 29

                                    
                                        Niederschrift

2. Plenarsitzung des Gemeinderates
24. September 2019, 15:30 Uhr
öffentlich
Bürgersaal, Rathaus Marktplatz
Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup

27.

Punkt 29 der Tagesordnung: Wartezeiten vor Freibädern reduzieren - Einführung
einer „Eintritts-App“
Antrag: GRÜNE
Vorlage: 2019/0756

Beschluss:
Einverstanden mit der Stellungnahme der Verwaltung
Abstimmungsergebnis:
keine Abstimmung

Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 29 zur Behandlung auf.
Stadtrat Riebel (GRÜNE): Gerade einer Technologiestadt wie Karlsruhe würde eine Eintritts-App als innovative Idee gut zu Gesicht stehen. Diese kann lange Warteschlangen verringern. Ein paar Besucherinnen der Bäder schilderten mir Wartezeiten von eineinhalb
Stunden, welche ich in dem Antrag übernommen habe. Diese Angaben erscheinen uns
nun übertrieben, laut der Antwort der Verwaltung soll die Wartezeit nicht mehr als dreißig
Minuten betragen oder überschreiten. Diese Wartezeit ist aber immer noch sehr lange und
das ist bei großer Hitze besonders schlimm, gerade wenn Kleinkinder oder auch ältere
Menschen in der Schlange stehen müssen, das ist sicherlich nicht so schön. In die neue City-App integriert, wie von der Verwaltung beschrieben, würde die Eintritts-App mit anderen Funktionen zur Verfügung stehen und würde zu einer breiten Nutzung führen. Daher
begrüßen wir die Antwort der Verwaltung sehr. Zu beachten ist aber, dass der Zoo und das
ZKM ein weites Einzugsgebiet hat, und von vielen nicht so regelmäßig besucht wird, wie
die meisten Bäder. Deshalb könnte in den Bädern die Nutzung der App höher sein. Wir
bitten darum, diese Unterschiede bei einer Analyse der Akzeptanz zu berücksichtigen. Aufgrund der schlechten Datenverbindung an den Freibädern, kann es dennoch sinnvoll sein,
am Zoo und am ZKM zu beginnen, und in Kombination mit dem Ausbau des KA-WLAN
kann dieses Projekt gelingen. Wichtig ist jedoch nicht nur die alleinige Verfügbarkeit von

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KA-WLAN, sondern auch seine Leistungsfähigkeit, diese Aspekte sollten beachtet werden.
Dennoch sind wir mit der Antwort der Verwaltung sehr zufrieden.
Stadtrat Müller (CDU): Selbstverständlich begrüßen wir die Einrichtung einer Eintritts-App
der Freibäder in dieser Stadt. Eigentlich empfehle ich den Antragstellern, den Antrag als
erledigt zu betrachten, weil aus der Stellungnahme der Verwaltung eindeutig hervorgeht,
dass man bereits diesbezüglich in der Projektphase ist, und genau das, was der Antragsteller letztendlich in seinem Antrag zu Recht gefordert hat, auf den Weg bringt. Wir warten
die Ergebnisse ab, ich bin positiv dahingehend eingestellt, dass es eine gute Sache wird.
Stadträtin Moser (SPD): Vielen Dank für den Antrag, wir finden ihn sehr gut. Ich finde es
auch unzumutbar, dass man eine halbe Stunde bei dreißig Grad oder noch mehr, ohne
Schatten in der Schlange warten muss. Ich würde gerne zeitnah, das heißt für mich, wenn
die Freibäder nächstes Jahr wieder öffnen, diese App zur Verfügung stellen. Einen Wunsch
kann man immer äußern, und vielleicht beschleunigt es ein bisschen.
Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Wir sind über die Kosten der Maßnahme erschrocken.
1,8 Millionen Euro stehen für uns in keinem Verhältnis zu der Erleichterung, die einige Leute dann haben, und zwar genau die, die an dem Tag und zu der Zeit, wo alle ins
Schwimmbad gehen, sich auch noch anstellen. Wie viele Tage im Jahr sind es denn? So
viele Tage werden es im Jahr nicht sein, eine Handvoll von Tagen, vielleicht sind es auch
dreißig Tage, an denen man warten muss. Sie wollen mir nicht erzählen, dass man jeden
Tag eine halbe Stunde warten muss. Dieser Antrag sieht vor, sehr viel Geld für etwas auszugeben, das nur sehr selten auftritt. Die Frage ist auch, ob die Leute, die dort warten,
überhaupt etwas davon haben. Viele Menschen nehmen aus gutem Grund ihr Handy nicht
mit in Schwimmbad. Es gibt auch viele Menschen, die eine solche App gar nicht haben
wollen oder von Apps überhaut nichts halten. Deswegen müssen wir bedenken, dass wir
damit nicht alle Menschen erreichen werden, nicht alle Schwimmbadbesucher werden bereit sein, diese App zu benutzen. Vor diesem Hintergrund, dass es sich nur um einige Stunden im Jahr handelt, die eigentlich wirklich verbessert werden müssen, haben wir Zweifel
ob sich die Ausgaben lohnen. Deswegen werden wir diesem Antrag, falls er abgestimmt
wird, nicht zustimmen.
Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE.): Ganz kurz zu Ihnen, Herr Schmidt, hätten Sie nur mal
den Antrag richtig gelesen. Hinter der Summe steht eine Klammer, und in der steht, dass
es sich dabei um das Gesamtprojekt digital@KA handelt. Es geht dabei nicht nur um eine
App, sondern auch um weitere Maßnahmen, die App-Kosten liegen ein ganz schönes
Stück darunter. Das wäre der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, niemand bestreitet, dass
eine App nicht von allen benutzt wird, es ist eine Maßnahme, es spricht niemand davon,
die Eintrittskarten komplett abzuschaffen. Wer in anderen Ländern unterwegs ist, weiß,
dass es heute durchaus Standard ist, dass manche per App bezahlen und manche mit Bargeld, das ist doch völlig ok. Zum dritten Punkt, wir unterstützen den Antrag. Wir sehen,
dass es jetzt nicht so einfach möglich ist, die App von heute auf morgen zu starten, wenn
Sie sich ein bisschen in der Entwicklung auskennen, da wären viele Ressourcen, die man
aufbringen müsste, um so ein Projekt schneller zu machen. Prinzipiell sind wir davon überzeugt, dass so eine App ein sehr großer Fortschritt für die Stadt sein wird. Ich denke auch,
die Verbesserung des KA-WLAN müsste man auch noch mal an anderer Stelle ausführen,
wie wir damit im gesamten Stadtgebiet damit umgehen. Für uns ist die Aussage ausreichend, dass an den Standorten schon daran gearbeitet wird.

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Stadtrat Wenzel (FW|FÜR): Ich bin froh, dass die Antragsteller mit der Stellungnahme der
Verwaltung soweit zufrieden sind. Ja, es gibt Verbesserungsmöglichkeiten, Herr Bimmerle
sagte es, gerade am KA-WLAN könnte man bestimmt das eine oder andere drehen. Ich
denke, wir können mit dem Antrag so wie vorgeschlagen verfahren, und dann ist das
Thema auch in absehbarer Zukunft vorbei.
Der Vorsitzende: Herr Stadtrat Riebel, haben Sie sich noch mal gemeldet? Hat sich erledigt, in Ordnung.
Bürgermeister Dr. Käuflein: Danke, Herr Stadtrat Bimmerle, Sie haben zwei Fragen oder
Missverständnisse bereits aufgeklärt. Die genannten Beträge beziehen sich auf die Programmierung der gesamten App, die sehr viel umfangreicher ist und sehr viel mehr kann.
Wir bekommen rund 800.000 Euro vom Land für diese App. Wir haben ohne, dass überhaupt der Prototyp vorlag, der jetzt vorliegt, einen Preis bundesweit gemacht, weil es eine
umfassende App ist, und unsere Antwort an die Antragsteller war, dass wir diesen Eintrittsgedanken, den wir auch so sehen, in diese App integrieren. Diese App soll nicht die
herkömmlichen Möglichkeiten, an der Kasse zu bezahlen, abschaffen. Insofern Danke für
diese Aufklärung. Es erscheint mir nicht sinnvoll, vorab eine Eintritts-App zu programmieren, wenn wir eine umfassende App für die Stadt machen. Wir haben jetzt gerade einen
Prototyp bis die umfassende App fertig ist, das muss ich Ihnen leider sagen, Frau Stadträtin
Moser, wird es im Jahr 2021sein, das ist der Zeitplan.
Der Vorsitzende: Ich möchte darauf hinweisen, dass eine App zu programmieren, die
zumindest das kann, wahrscheinlich schon bei jedem guten Hacker klappen könnte. Das
Problem ist nur, ich brauche dann noch einen Nebeneingang, ein Lesegerät und ich muss
auch schauen, wie ich das vor Ort organisiere, und das ist dann schon ein bisschen komplexer. Sie kennen es vom Zoo, da gibt es die Möglichkeit, mit den Jahreskarten durch einen separaten Eingang zu gehen, dieser Eingang ist aber wiederrum zu schmal, wenn Sie
einen Kinderwagen oder Rollator dabeihaben, kommen Sie da nicht durch. Die Idee des
Zoos, man könnte eine Stunde länger diesen Eingang abends offen halten, weil man dazu
kein Personal braucht, führt dann dazu, dass bestimmte Personengruppen dort nicht reinkommen, weil sie nicht durch die Drehtür kommen, selbst wenn sie eine Jahreskarte haben. Sie merken, man muss sich das schon ein bisschen genauer anschauen, was dann am
Ende wirklich dazu führt, dass es am Ende für alle eine Erleichterung ist. Deswegen glaube
ich, ist es ein guter Plan, dass wir jetzt eben nicht mal schnell eine App auf den Markt werfen, aber diese an den Eingängen gar nicht umgesetzt bekommen, denn wenn der mit App
in der selben Schlange steht, wie der ohne App, dann nutzt das auch nichts. Ich glaube,
das ist eine gute Zielvorgabe, das hat nicht nur etwas mit ZKM und Bädern zu tun, sondern
eigentlich müsste man versuchen, dieses System bei möglichst vielen Institutionen, wo man
mit Jahreskarten oder buchbaren Einzeleintrittskarten zu tun hat, dann auch anzuwenden.
Vielen Dank für die positive Rückmeldung.

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Zur Beurkundung:
Die Schriftführerin:

Hauptamt - Ratsangelegenheiten –
4. November 2019